Android-Apps

Die beliebtesten Videotelefonie-Apps im Test

11.06.2017
Von Verena  Ottmann
Wer seinem Gesprächspartner während eines Telefonats in die Augen sehen möchte, der nutzt Videotelefonie. Wir haben uns die wichtigsten Android-Apps dafür angesehen und zeigen ihre Vor-und Nachteile auf.
Die besten Videotelefonie-Apps im Test.
Die besten Videotelefonie-Apps im Test.
Foto: LDprod - Shutterstock.com

In Zeiten von Selfies und Snapchat geht es immer mehr darum, sich selbst zu inszenieren und zu präsentieren. Das macht auch vor schnöden Telefonaten nicht halt - das Stichwort lautet hier "Videotelefonie". Statt einfach nur die Stimme des Gegenübers zu hören, sieht man einander während des Gesprächs ins Gesicht. Das kann Vor-und Nachteile haben.

So überlegt man sich vermutlich zweimal, ob man einen Videocall des neuen Schwarms annimmt, wenn am Waschtag grade mal nur das Biene-Maja-Shirt sauber ist. Andererseits können Geschäftsgespräche ganz anders verlaufen, wenn man dem Partner bei Verhandlungen in die Augen sehen kann.

Wir haben uns mit Apps zur Videotelefonie beschäftigt und sagen Ihnen, welche davon für Sie die beste ist.

Die Kandidaten: Bekannte Unternehmen und Außenseiter

Google Duo war in unserem Test ein Sonderfall, denn die App ist ausschließlich für zwei Personen konzipiert. Das macht sie aber besonders schnell.
Google Duo war in unserem Test ein Sonderfall, denn die App ist ausschließlich für zwei Personen konzipiert. Das macht sie aber besonders schnell.

In unserem Test haben wir elf Videochat-Apps unter die Lupe genommen. Darunter waren neben dem wohl bekanntesten Anbieter Skype auch entsprechende Angebote von Facebook und Whatsapp. Google bietet mit Duo und Hangouts gleich zwei Lösungen für Videotelefonie, die sich allerdings im Funktionsumfang stark voneinander unterscheiden.

Mehr in Richtung soziales Netzwerk gehen die Apps von Imo, Line, Tango und Viber. We Chat ist Kommunikationsmarktführer in China, allerdings hierzulande bereits etabliert. Die App bietet einige interessante Features. Als "Oldie" unter den Testteilnehmern wartet auch der bekannte Direkt-Messaging-Dienst ICQ mit einer Videotelefonie-Funktion auf.

Voraussetzung: Mobilgerät mit Kamera und App

Alle getesteten Lösungen lassen sich mit dem Mobilgerät verwenden. Darüber hinaus gibt es von den meisten Anbietern PC-Clients für Videotelefonie über den Rechner.

Für den mobilen Einsatz brauchen Sie ein Mobilgerät - Smartphone oder Tablet - mit Frontkamera. Diese ist bei nahezu allen aktuellen Smartphones vorhanden - dem Selfie-Trend sei Dank. Die Auflösung der Kamera ist für Videotelefonie egal, kann aber natürlich Auswirkungen auf die Bildqualität haben. Ansonsten benötigen Sie für Videotelefonie die App des entsprechenden Anbieters, die Sie kostenlos im Google Play Store finden. Welche Android-Version dabei jeweils vorausgesetzt wird, gibt nicht jeder Entwickler an: Die meisten verlangen jedoch Android 4.0 oder höher.

Haben Sie einen Anruf verpasst, finden Sie diesen in der Verlaufsübersicht und können den Anrufer leicht zurückrufen – telefonisch oder als Videocall.
Haben Sie einen Anruf verpasst, finden Sie diesen in der Verlaufsübersicht und können den Anrufer leicht zurückrufen – telefonisch oder als Videocall.

Die Videotelefonate sind übrigens kostenlos, wenn Sie über WLAN telefonieren. Sonst fallen die üblichen Gebühren gemäß Ihres Mobilfunktarifes an. Einen Aufpreis durch die Videodaten gibt es nicht, lediglich Extras wie Masken oder Effekte können zusätzliche Kosten verursachen. Doch dazu später mehr.

Eine weitere wichtige Voraussetzung für Videotelefonie betrifft Ihren Gesprächspartner: Er muss nämlich meistens die gleiche App installiert haben wie Sie. Ausnahmen sind hier Google Hangout, Skype und Viber - allerdings sind die Gespräche dann kostenpflichtig!

Registrierung: Meist mit Mobilfunk-oder Festnetznummer möglich

Nachdem Sie sich zuerst eine Videotelefonie-App aus dem Play Store aufs Mobilgerät geladen haben, müssen Sie sich nach dem ersten Start noch bei dem jeweiligen Dienst registrieren. In der Regel geben Sie hierzu Ihre Mobilfunknummer an. Sie erhalten danach eine SMS mit einem Prüfcode, den die App entweder automatisch in den Registrierbildschirm übernimmt oder den Sie selbst eingeben müssen.

Um vom Videoanruf auf einen normalen Telefonanruf umzuschalten, gibt es bei fast allen getesteten Apps die Option, Kamera und/oder Mikrofon auszuschalten.
Um vom Videoanruf auf einen normalen Telefonanruf umzuschalten, gibt es bei fast allen getesteten Apps die Option, Kamera und/oder Mikrofon auszuschalten.

Wer hier seine Handynummer lieber nicht angeben möchte, der kann bei den meisten Anbietern auch eine Festnetznummer eintragen. Sie bekommen damit statt der SMS einen automatisierten Anruf auf den angegebenen Festnetzanschluss mit der Prüfnummer, welche Sie während der Registrierung eingeben. Lediglich beim Facebook Messenger, bei Google Hangouts und We Chat ist es nicht möglich, sich mit einer Festnetznummer zu registrieren.

Dafür lässt We Chat alternativ eine Mailadresse oder eine proprietäre We-Chat-ID zu. Als besonders flexibel bei der Registrierung erweist sich Skype: Hier können Sie sich per Mobilfunknummer, Festnetznummer, Mailadresse oder spezieller Skype-ID registrieren oder anmelden. Bei Line muss das Gegenüber bestätigen, dass es in Ihren Kontakten auftauchen möchte.

Ihre Kontakte können Sie übrigens zumeist aus den Smartphone-Kontakten übertragen. Zum Teil, etwa bei Line, funktioniert dies auch ohne Ihr Zutun gleich beim Einrichten der App.

Funktionen: Gruppenchat und Stummschalten

Videotelefonie-Apps dienen in erster Linie dazu, Telefonate mit Bild zu ermöglichen. So ist es nicht verwunderlich, dass die Anbieter zumindest für diesen Einsatzzweck keine umfassenden Optionen anbieten. Abgesehen von Google Duo, ICQ, Tango, Viber und Whatsapp lassen sämtliche Apps auch Videogruppenanrufe mit bis zu zehn Personen zu. Fairerweise muss man jedoch anmerken, dass Google Duo nur für den Videodialog ausgelegt ist, und man bei ICQ den Videochat in Aussicht gestellt hat.

Neben der Gruppenchat-Option können Sie bei den Videotelefonie-Apps während eines Anrufs die Kamera und das Mikrofon getrennt voneinander aus-und wieder anschalten. Ausnahmen sind hier lediglich Google Duo, Imo und Whatsapp, bei denen dies nicht möglich ist. Bei We Chat lässt sich immerhin die Kamera, bei Whatsapp das Mikrofon abschalten beziehungsweise wieder aktivieren.

Bei den meisten Videotelefonie-Apps ist eine verschlüsselte Verbindung möglich. Sie ist dann deutlich mit einem Schlosssymbol gekennzeichnet.
Bei den meisten Videotelefonie-Apps ist eine verschlüsselte Verbindung möglich. Sie ist dann deutlich mit einem Schlosssymbol gekennzeichnet.

Erneute Anrufe können Sie praktischerweise über den Verlauf tätigen. Hier erscheinen dann auch unbeantwortete Anrufe - Ihre sowie diejenigen des Gegenübers.