System für Streitschlichtung

Die 6 Punkte des Konfliktmanagements

30.08.2011
Von Kolja Kröger
Der Umgang mit Streit muss Teil der Firmenkultur werden. Konfliktforscher empfehlen dazu eine eigene Stabsstelle - als Drehpunkt eines Systems mit sechs Ebenen.

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit beim Konfliktmanagement klaffte eine große Lücke in deutschen Unternehmen, als sich die Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) mit dem Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers 2005 das Problem näher anschaute. Nachdem sie anschließend 2007 die Praxis des Konfliktmanagements untersuchten, legen beide nun mit dem dritten Teil ihrer auf ein Jahrzehnt angelegten Studienserie einen Fahrplan vor. In "Konfliktmanagement - Von den Elementen zum System" stellen sie ein Modell vor, wie sich Auseinandersetzungen strukturiert bearbeiten lassen.

Zu Konfliktmanagement gehören drei Komponenten.
Zu Konfliktmanagement gehören drei Komponenten.
Foto: PwC/Europa-Universität Viadrina Frankfurt

Mobbing und Machtkämpfe, aber auch Streit um Ressourcen - innerhalb der Firma oder zwischen verschiedenen Unternehmen - schmälern den Erfolg und schaden dem Betriebsklima. Häufig schwelen auch unausgesprochene Konflikte zwischen der IT und den anderen Abteilungen. Ein gutes Konfliktmanagement geht diese Probleme systematisch und institutionalisiert an. Es soll, schreiben die Professoren Ulla Gläßer und Lars Kirchhoff vom vom Institut für Konfliktmanagement an der Viadrina, "Transparenz, Steuerbarkeit und Effizienz der Konfliktbearbeitung sicherstellen".

Streitkultur als festen Teil der Unternehmenskultur etablieren

Zur Steuerung des Konfliktmanagement bietet sich eine eigene Stabsstelle an, die das Thema in der Unternehmenskultur verankert.
Zur Steuerung des Konfliktmanagement bietet sich eine eigene Stabsstelle an, die das Thema in der Unternehmenskultur verankert.
Foto: PwC/Europa-Universität Viadrina Frankfurt

Das System von PwC und der Viadriana besteht aus sechs Elementen (nächste Seite), zusammengehalten durch eine Steuerungsinstanz. Erst sie bindet die einzelnen Komponenten - wie Mediatoren und Verfahrensregeln - in ein funktionierendes System zusammen.

Als Steuerungsinstanz empfehlen die Wissenschaftler zum Beispiel eine interne Stabsstelle zur Koordination des Konfliktmanagements. Sie hält den Kontakt mit der Firmenleitung und versorgt die einzelnen Beteiligten mit den notwendigen Informationen. Vor allem aber muss sie das Konfliktmanagement im Unternehmen verankern, so dass es Teil der Unternehmenskultur wird.

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