Umrüsten oder umsteigen

Das Aus für analoges Satelliten-TV naht

11.09.2011
Das Ende ist absehbar: Am 30. April 2012 wird der analoge Satellitenempfang in Deutschland abgeschaltet. Die Elektrobranche freut sich auf die Arbeit.

Bis zum 30. April 2012 müssen noch viele Bundesbürger ihre Technik im Wohnzimmer umstellen. Laut dem am Dienstag auf der Elektronikmesse IFA vorgestelltem Digitalisierungsbericht der Medienanstalten beziehen derzeit noch etwa 2,3 Millionen Haushalte in Deutschland analoges Sat-TV. Wenn der Großteil der Betroffenen erst auf den letzten Drücker in die Geschäfte gehe, um sich digitale Receiver oder neue Fernseher zu kaufen, könne das "ein logistisches Problem werden", sagte der ARD-Koordinator für digitales Fernsehen, Michael Albrecht, in Berlin.

Um von digital auf analog zu wechseln, ist häufig nur der Austausch des Receivers nötig. Bisweilen muss auch der sogenannte LNB ("Low Noise Block Converter") an der Satellitenschüssel ausgetauscht werden. Wer die neue Technik scheut, kann gegebenenfalls auch auf Kabelfernsehen oder DVB-T umsteigen.

Das Abschalten des analogen Satellitensignals hat aus Sicht von ARD-Koordinator Albrecht mehrere Gewinner - zum einen die Fernsehgeräteindustrie wegen steigender Nachfrage nach neuer Technik und zum anderen das Fernsehpublikum selbst. Zehn öffentlich-rechtliche Programme, darunter Phoenix, der Bayerische Rundfunk und der NDR - sollen im Mai 2012 zusätzlich auch in HD ausgestrahlt werden. Dafür sei das Abschalten der Analogübertragung eine Voraussetzung gewesen, sagt Albrecht. "Die freiwerdenden Kapazitäten fließen in die Verbreitung der HD-TV-Programme ein, wenn auch nicht eins zu eins."

Klaus Hofmann vom Projektbüro Klardigital, einer Initiative der Landesmedienanstalten und Sender, hält das Analog-Aus über Satellit für eine Art "Wirtschaftsförderungsprogramm". Nicht nur die Industrie und der Einzelhandel, sondern auch Handwerker würden davon profitieren, wenn sie Aufträge zur Installation neuer Empfangstechnik bekommen. Den recht hohen Anteil an Analog-Sat-Nutzern, die noch immer nicht umgesattelt haben, erklärt Hofmann mit der Macht der Gewohnheit. Viele würden wohl noch warten, weil knapp acht Monate für sie eine relativ lange Zeit sei.

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