CIOs reagieren auf die Krise

Aufräumen, sparen, modernisieren

21.07.2009
Von 
Wolfgang Herrmann ist Editorial Manager CIO Magazin bei IDG Business Media. Zuvor war er unter anderem Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO und Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel.

Großprojekte laufen weiter

Kaum ein großes Unternehmen stellt wegen des Konjunktureinbruchs seine IT-Strategie grundsätzlich in Frage. Michael Gorriz, CIO der Daimler AG, verblüffte die Besucher einer Fachkonferenz mit der Feststellung, dass sich seine Agenda 2009 kaum von der des Vorjahres unterscheide. Eine IT-Strategie sei wie ein Kompass. Auch wenn sie bei Sonnenschein erstellt worden sei, bleibe sie doch im Sturm gültig. Diese Sicht teilen auch andere IT-Verantwortliche, wie eine aktuelle Gartner-Umfrage belegt. "Strategische Großprojekte laufen im Normalfall weiter", berichtet Christian Hestermann, Research Director ERP bei dem Beratungsunternehmen. Das Thema Business Intelligence (BI) stehe für CIOs nach wie vor ganz oben auf der Prioritätenliste. Bevor Unternehmen Sparmaßnahmen ergriffen, wollten sie eine brauchbare Datenbasis schaffen. In diesem Zusammenhang gewinne auch das Thema Corporate-Performance-Management (CPM) an Bedeutung.

Mehr Umsatz mit Bestandskunden

Klassische Business-Anwendungen wie ERP, SCM und CRM genießen laut der Befragung eine unverändert hohe Bedeutung. In CRM-Projekten beobachtet Hestermann indes eine veränderte Sichtweise. Ging es im Konjunkturaufschwung vor allem darum, Neugeschäft zu generieren, konzentrierten sich viele Unternehmen jetzt darauf, mehr Umsatz mit bestehenden Kunden zu erzielen. Marketing-Profis sprechen in diesem Zusammenhang von Cross Selling und Up Selling - Maßnahmen, die sich mit einschlägigen CRM-Systemen gut unterstützen lassen. Die von IDC prognostizierten Umsätze für Business Applications in Deutschland passen zu den Gartner-Erkenntnissen. Selbst im Krisenjahr 2009 erwarten die Marktforscher ein Umsatzplus von 0,6 Prozent; für 2010 rechnen sie mit einer Verdreifachung der Wachstumsrate auf 1,8 Prozent.