Smart Home

Apple HomeKit - Heimsteuerung per Siri und iCloud

11.12.2014
Von 
Klaus Hauptfleisch ist freier Journalist in München.

Siri und iBeacons zur Steuerung von Smart Home

Interessant wird HomeKit auch im Zusammenhang mit einer anderen Apple-eigenen Entwicklung, nämlich mit iBeacons. Abgewandelt von dem englischen Wort für Leuchtfeuer (Beacon), werden diese bereits für eine Reihe von Smart-Home- und anderen Anwendungen eingesetzt. Es handelt sich dabei um eine auf Bluetooth Low Energy basierende proprietäre Funktechnologie, die anders als NFC (Near Field Communication) eine Art Abstandsvariabel mitbringt und auch als Indoor-Navigationsplattform bezeichnet wird.

Man kann die iBeacons so programmieren, dass die Lichter an- und ausgehen, sobald man mit einem entsprechenden Sender (einem modernen iPhone oder auch Android-Smartphone etwa) einen Raum betritt oder wieder verlässt. Ebenso gut lässt sich das Heimnetzwerk samt elektrischer Garage, Markisen und Jalousien oder Rollläden auch per Spracheingabe via Siri oder Google Now steuern.

Bei der Spracheingabe geht ein Großteil der Entwicklungsleistung auf Nuance Communications zurück. Die 2005 mit ihr fusionierte neue Muttergesellschaft ScanSoft ist durch Zukäufe wie eben Nuance und Dragon Systems zu einem der marktführenden Unternehmen in den Bereichen Sprach- und Texterkennung (OCR) geworden und auch Lizenzinhaber der prädiktiven T-9-Texteingabe für Handys.

Es gibt auch Hardware-Hersteller und Entwickler, die bei der Sprachsteuerung für iPhone und iPad auf Nuance statt auf Siri setzten. DigitalStrom zum Beispiel, Schweizer Anbieter von intelligenten Lüsterklemmen mit integrierten Mikrocomputern als eigene Smart-Home-Basistechnologie. Wie auf Messen und in Youtube-Videos online zu sehen, ist die ds Listener genannte Sprachsteuerung von DigitalStrom mit Nuance für iOS und Google Now für Android-Geräte ähnlich überzeugend wie Siri in der neuesten Version.

HomeKit komplementär: Martin Vesper, CEO bei digitalSTROM sieht Apples HealthKit mit Siri-Integration nicht als Konkurrenzprodukt, sondern als mögliche Erweiterung.
HomeKit komplementär: Martin Vesper, CEO bei digitalSTROM sieht Apples HealthKit mit Siri-Integration nicht als Konkurrenzprodukt, sondern als mögliche Erweiterung.
Foto: digitalSTROM

DigitalStrom-CEO Martin Vesper sieht die eigenen Lösungen und Apples HomeKit nicht als Konkurrenzprodukte, sondern als sich gegenseitig ergänzend und zum Teil überlappend an. Man werde HomeKit als mögliche Erweiterung auf logischer Ebene bis hin zur Siri-Integration aufmerksam beobachten und gegebenenfalls aufnehmen, wenn sich keine größeren technischen Hürden in den Weg stellten. "Denn in erstere Linie verkaufen wir Hardware", so Vesper zu TecChannel. Die dafür angebotene Spracherkennung sei ein sinnvolles und gerne angenommenes Add-on. Bei der DigitalStrom-Lösung werden die Sprachbefehle zentral über die Cloud auf Linux-basierten eigenen Servern verwaltet. Das habe den Vorteil, dass für eine genauere Erkennung reichlich viel Rechenleistung zusammenkomme. Außerdem müsste sonst im Haus oder in der Wohnung ständig eine zusätzliche Hardware laufen, die täglich vielleicht nur zehnmal aufgerufen wird, um den Rest der Zeit untätig zu sein.