Logistik Blockchain

Zwei große Reedereien schließen sich IBMs TradeLens an

29.05.2019
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Spezialgebiet Business-Software: Business Intelligence, Big Data, CRM, ECM und ERP; Betreuung von News und Titel-Strecken in der Print-Ausgabe der COMPUTERWOCHE.
Neben Maersk wollen auch die Reedereien CMA CGM und MSC die Blockchain-Plattform von IBM für ihre Logistikprozesse nutzen. Damit würde fast die Hälfte aller Seecontainertransporte über TradeLens laufen, sagt der Betreiber.

Die Schifffahrtsunternehmen CMA CGM und MSC (Mediterranean Shipping Company) haben erklärt, der TradeLens-Plattform beitreten zu wollen. Dabei handelt es sich um eine Blockchain-basierte, digitale Handelsplattform, die IBM Anfang 2018 gemein­sam mit dem dänischen Logistiker Maersk eröffnet hat. Das Ziel: Mit einer speziell für Schiffs­transporte ausgelegten Blockchain-Plattform soll das globale Frachtwesen auf den Weltmeeren schneller und effizienter werden.

Im weltweiten Schiffstransport will IBM mit seiner Blockchain-Plattform TradeLens für mehr Effizienz sorgen.
Im weltweiten Schiffstransport will IBM mit seiner Blockchain-Plattform TradeLens für mehr Effizienz sorgen.
Foto: IBM

Das Potenzial scheint immens: Vertreter des World Economic Forum (WEF) glauben, dass der Welthandel durch die Beseitigung von Barrieren in den Lieferketten um fast 15 Prozent wachsen könnte. Vor allem die Bürokratie behindert IBM zufolge die Handelsprozesse. Das soll sich mit TradeLens ändern. Die Blockchain könne die Verwaltungsprozesse im weltweiten Schiffsfrachtverkehr deutlich vereinfachen, so IBM.

Mit der Technik lassen sich sämtliche Trans­aktionen unveränderbar aufzeichnen. Zudem können berechtigte Partner in Echtzeit auf stets vertrauenswürdige Daten zugreifen. TradeLens ermöglicht es den Teilnehmern laut IBM, sich über das gesamte Ökosystem der Lieferkette hinweg zu verbinden, Informationen auszutauschen und digital zusammenzuarbeiten. Die Mitglieder erhalten demnach einen umfassenden Überblick über ihre Daten, während sich die Fracht um die ganze Welt bewegt.

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Durch die Beteiligung von CMA CGM, MSC, Maersk und anderen Carriern werden Daten für fast die Hälfte der weltweiten Seecontainertransporte über TradeLens laufen, heißt es bei IBM. Die Plattform erhalte einen deutlichen Schub. Mit mehr als 100 Teilnehmern verarbeite TradeLens bereits heute mehr als zehn Millionen einzelne Versandvorgänge und Tausende von Dokumenten pro Woche. Verlader, Spediteure, Frachtführer, Zoll- und Hafenbehörden sowie andere Beteiligte erhielten einen durchgängigen Überblick über alle Transaktionen. Ferner würden die Einhaltung von Datenbesitzrechten und der genehmigte Datenzugriff dazu beitragen, Vertrauen zu gewährleisten.

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Die ganze Lieferkette soll mitmachen

"Das TradeLens-Netzwerk hat bereits gezeigt, dass Teilnehmer aus dem gesamten Ökosystem der Lieferkette damit einen erheblichen Mehrwert erzielen können", sagt Rajesh Krishnamurthy, Executive Vice President, IT & Transformations, CMA CGM Group. "Die digitale Zusammenarbeit ist ein Schlüssel für die Entwicklung der Containerschifffahrt", ergänzt André Simha, Chief Digital & Innovation Officer bei MSC.

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Beide Unternehmen werden je einen Blockchain-Knoten betreiben, am Abstimmungs­prozess zur Validierung von Transaktionen und Host-Daten teilnehmen sowie als "Trust Anchor" für das Netzwerk fungieren. Sie werden zudem im Advisory Board vertreten sein, das über Standards für Neutralität und Offenheit entscheidet. Das ist wichtig für die Akzeptanz der Plattform. TradeLens sei auf die Be­teiligung aus dem gesamten Ökosystem der Lieferkette angewiesen, sagte Vincent Clerc, Chief Commercial Officer von Maersk. Es gehe darum, die Supply-Chain-Branche zu verändern und allen Beteiligten, von Spediteuren über Häfen und Terminalbetreibern bis hin zu Binnentransportanbietern, Zoll- und anderen Regierungsbehörden und letztlich den Kunden selbst, einen Mehrwert zu bieten.

Wir verfolgen das Ziel, die Handelsökosysteme der Welt zu modernisieren, sagt Bridget van Kralingen, Senior Vice President Global Industries, Clients, Platforms & Blockchain bei IBM.
Wir verfolgen das Ziel, die Handelsökosysteme der Welt zu modernisieren, sagt Bridget van Kralingen, Senior Vice President Global Industries, Clients, Platforms & Blockchain bei IBM.
Foto: IBM

Die Blockchain spiele eine wichtige ­Rolle bei der weltweiten Optimierung von industriellen Prozessen, konstatiert Bridget van Kralingen, Senior Vice President, Global Industries, Clients, Platforms & Blockchain, IBM. "Mehr als 100 Teilnehmer vertrauen auf das TradeLens-Netzwerk und erzielen dadurch größere Transparenz und eine signifikante Vereinfachung im internationalen Warenverkehr. Gemeinsam verfolgen wir das Ziel, die Handelsökosysteme der Welt zu modernisieren."