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WinHEC: Microsoft und HP wollen ins Wohnzimmer

05.05.2004

Microsoft hat auf der Windows Hardware Engineering Conference (WinHEC) in Seattle gemeinsam mit Hewlett-Packard (HP) "Windows Home Concept" vorgestellt. Das System soll Geräte wie Videorekorder und Stereoanlage ersetzen.

Basis ist der "Home Center PC", der allerdings weniger wie ein klassischer Personal Computer, sondern eher wie ein schlanker Videorekorder aussieht. Als Betriebssystem kommt eine weiterentwickelte Windows XP Media Center Edition zum Einsatz. Im Gegensatz zu herkömmlichen Windows-Systemen soll sie das Ein- und Ausschalten des Geräts ermöglichen, ohne eigens das Betriebssystem booten oder herunterfahren zu müssen. Der Home Center PC ist außerdem auf einen lautlosen Betrieb ausgelegt.

Schnittstellen für Tatstur und Maus gibt es nicht. Die Bedienung erfolgt über eine Fernbedienung, über die sich auf dem Rechner gespeicherte Musik, Spiele, Fotos und Videos ansteuern lassen sollen. Als Anzeigegerät dient ein Fernseher. Über einen Fingerabdruck-Scanner sollen sich individuelle Benutzerprofile laden lassen. So könne zum Beispiel gesteuert werden, dass die Kinder der Familie nur auf Spiele zugreifen, die Eltern aber auch die gespeicherten Filme sehen können.

Neben einer großen Festplatte wird ein DVD-Brenner in den Home Center PC integriert, sagte Ameen Kerr, Chef des weltweiten Produkt-Marketing bei HP. Außerdem soll das Gerät als Schnittstelle zu einem breitbandigen Internet-Zugang dienen, über den andere PCs an das Internet angebunden werden können.

Das Windows Home Concept von Microsoft beinhaltet auch einen "Home Tablet PC", der sich über eine Docking-Station mit dem Home Center PC synchronisieren lässt. Laut Greg Sullivan, leitender Produkt-Manager bei Microsoft, handelt es sich dabei um einen eigenständigen Rechner, der auch ohne Anbindung an das Home Center funktionsfähig bleibe. Somit sei das Home Tablet nicht mit den im Januar 2004 aufgegeben "Smart Displays" vergleichbar, die als überteuerte dumme Terminals in die Kritik geraten waren (Computerwoche.de berichtete).

Beim Windows Home Concept handle es sich bislang lediglich um ein Konzept, aus dem sich zunächst Bestandteile in normalen PCs wiederfinden werden, sagte Sullivan. Mit eine vollständigen Umsetzung sei nicht vor 2006 zu rechnen. (lex)