Personalmanagement

Wie authentisches Employer Branding gelingt

11.12.2018
Von 
Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Nur wenn Management und Mitarbeiter gemeinsam definieren, wie eine gute Zusammenarbeit zu funktionieren hat, wird authentisches Employer Branding möglich sein.

Viele Arbeitgeber behandeln das Thema authentisches Employer Branding eher stiefmütterlich und tun sich schwer, ein solches auch aufzubauen. Die Erkenntnis, dass es sehr wichtig ist für die Mitarbeitergewinnung und auch das Image des Unternehmens insgesamt, ist noch nicht bei allen Firmen angekommen, so die Beobachtung von Frank Rechsteiner, Inhaber der Hype Group, einer auf Personalthemen spezialisierten Unternehmensberatung.

Personalprofi Frank Rechsteiner warnt Arbeitgeber davor, sich hinter nichtssagenden Floskeln zu verstecken, denn dann wird es mit dem Employer Branding nie klappen.
Personalprofi Frank Rechsteiner warnt Arbeitgeber davor, sich hinter nichtssagenden Floskeln zu verstecken, denn dann wird es mit dem Employer Branding nie klappen.

Zu oft verschanzen sich Arbeitgeber hinter nichtssagenden Floskeln. Da kann es dann passieren, dass man sich als Bewerber wahllos drei Firmen herauspickt und zum Beispiel deren Kernbotschaften anschaut, danach fragt, wofür sie stehen und welche Informationen sie transportieren möchten. Um danach enttäuscht festzustellen, dass "diese Botschaften völlig austauschbar sind", meint Rechsteiner. Man erfahre nur in Ausnahmefällen etwas zu den Kernwerten des Unternehmens. Unter solchen Aspekten sind dann für einen Kandidaten von außen gesehen diese Firmen sehr ähnlich und die Unterscheidungsmerkmale nicht sichtbar. "Damit vergeben Arbeitgeber eine große Chance Marken- und Imagepflege auf dem heißumkämpften Arbeitsmarkt zu betreiben", warnt der Personalprofi.

Rechsteiners Botschaft ist sehr klar: Firmen müssen sich um ein authentisches Employer Branding bemühen. Und dies muss damit beginnen, dass Arbeitgeber Kulturworkshops organisieren, in denen vom Azubis bis zur Geschäftsleitung alle zusammenarbeiten. Um zum Beispiel gemeinsame Antworten zu finden auf Fragen wie: Was ist uns besonders wichtig? Wie wird bei uns gearbeitet? Wie gehen wir mit Lieferanten, mit Kunden, wir untereinander um? Aus den Ergebnissen so eines Workshops sollte dann das Profil eines glaubwürdigen Employer Brandings entstehen, so dass sich dann die Unique Selling Proposition (USP) erstellen lässt, damit dann eindeutig auch die Frage beantworten werden kann, was diesen Arbeitgeber so wertvoll macht.

Heißt in der Praxis also, dass der Arbeitgeber mit einer Kick-off-Veranstaltung startet, in der die Geschäftsleitung die Wichtigkeit dieses Themas betont. Danach erarbeiten die gemischten Teams aus Führungskräften und Mitarbeitern in Einzelworkshops, was sie als Unternehmen besonders wertvoll - auch für Bewerber - macht. Das Management unterstreicht mit seiner Präsenz, wie wichtig ihm die Mitarbeit an diesem Thema ist und dass man nur gemeinsam mit den Beschäftigten ein authentisches Employer Branding umsetzen kann.