Was ist ein Target Operating Model?

26.07.2021
Von 
Bastian Seebacher ist freier Mitarbeiter der Redaktionen CIO und COMPUTERWOCHE.
Mit einem Target Operating Model können Optimierungsstrategien für Prozesse, Systeme und Unternehmen definiert und umgesetzt werden.
Mit Hilfe des Target Operating Models lassen sich Visionen in der Unternehmenspraxis umsetzen.
Mit Hilfe des Target Operating Models lassen sich Visionen in der Unternehmenspraxis umsetzen.
Foto: kan_chana - shutterstock.com

Die Digitalisierung ist allgegenwärtig. Um immer "up to date" und wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sich Unternehmen ständig neu erfinden: Systeme optimieren, Prozesse verschlanken und Kosten reduzieren. Unternehmensvisionen und deren Umsetzung liegen jedoch oft weit auseinander. Als Verbindungsstück entstand so das Target Operating Model.

Target Operating Model - Definition

Das Target Operating Model oder zu Deutsch "Zielbetriebsmodell" hilft Unternehmen, zukünftige Optimierungsstrategien zu definieren und umzusetzen. Die Strategien variieren dabei in Komplexität und Detailgrad. Das Zielbetriebsmodell bildet die Brücke zwischen einer Entwicklungsidee und der Implementierung in die bestehenden Organisationsstrukturen (Mitarbeiter, Prozesse und Technologie) eines Unternehmens.

Die Idee des Modells besteht darin, durch die Analyse des aktuellen Zustands ("as is"), Lücken zu schließen und Vorgänge zu optimieren, um so den festgelegten Zielzustand ("to be") zu erreichen. Die einzelnen Schritte (Milestones) auf dem Weg zum Ziel werden in einer sogenannten Roadmap festgehalten. Das Motto lautet: Der Weg ist das Ziel.

Zielbetriebsmodell - Vorteile

Durch die Digitalisierung ist es für Unternehmen weltweit heute unverzichtbar, schnell auf unterschiedliche Marktveränderungen reagieren zu können. Festgefahrene Prozesse und Strukturen können Firmen dabei jedoch im Weg stehen. Hier kann das Target Operating Model helfen:

  • Mit Hilfe des Target Operating Models wird statt der aufgezwungenen Veränderung ein gemeinsames Ziel in den Vordergrund gestellt.

  • Durch seine Transparenz und detaillierte Beschreibung wird der Transformationsprozess für jeden Mitarbeiter klar und nachvollziehbar.

  • Die Anpassungen am Unternehmen können mit Hilfe der Roadmap organisiert und strukturiert durchgeführt werden.

  • Der Erfolg der Umsetzung lässt sich anhand der in Zahlen übersetzten Milestones messen.

Target Operating Model - Erfolgskriterien

Damit der Einsatz eines Target Operating Models auch wirklich erfolgreich ist, müssen einige Schritte beachtet werden.

  • Klare Zielsetzung: Die Erwartungen an ein neu aufgestelltes Unternehmen sind von Mitarbeiter zu Mitarbeiter unterschiedlich. Ein umfassender Austausch über Prioritäten und Ziele des Target Operating Models ist dementsprechend für eine effektive sowie effiziente Umsetzung des Models unverzichtbar.

  • "Leading by example": Damit das Target Operating Model so erfolgreich wie möglich ablaufen kann, ist es wichtig, dass CEOs und andere Führungskräfte an der Entwicklung der Roadmap sowie des Zielzustandes beteiligt sind. Wenn engagiertes Führungspersonal hinter dem Wandlungsprozess steht, können so mehr Mitarbeiter für den Umschwung begeistert werden. Dies erleichtert außerdem die Implementierung von neuen Prozessen in alten und oft festgefahrenen Strukturen.

  • Analyse des Istzustands: Es gibt kein Ziel ohne Start. Das bedeutet, dass die Ausgangs-Basis erst ausführlich analysiert werden muss, bevor man das Zielszenario definieren kann. Eine SWOT-Analyse (Strengths, Weaknesses, Opportunities and Threats) hilft dabei, die größten Stärken sowie Schwächen eines Unternehmens zu erfassen. Auch ein direkter Vergleich zu Konkurrenzfirmen ist dabei sehr wichtig. Außerdem sollte sich das Unternehmen als "Großes Ganzes" sehen, so dass jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter in allen Abteilungen sich schlussendlich im Target Ooperating Model und Zielszenario wiederfinden kann.

  • Ausarbeitung der Roadmap: Beim Erstellen der Roadmap geht es ganz bewusst darum, den Finger in die Wunde zu legen und Schwachstellen sowie Fehler im eigenen System zu erkennen. Nur wenn ein Unternehmen diese Punkte benennt, können die richtigen Anpassungen vorgenommen und in messbare Teilziele übersetzt werden. Diese Milestones sind Anhaltspunkte und beschreiben, wie die Transformation ablaufen sollte.

Wenn all diese Schritte befolgt werden, sollte einer Umsetzung der Unternehmensziele nichts mehr im Weg stehen. (kf)