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Walt Mossberg: PC-Bauer haben keinen Respekt vor ihren Kunden

05.04.2007
Walter Mossberg, Kolumnist des "Wall Street Journal", echauffiert sich über die Unsitte von PC-Herstellern, ihre Neugeräte mit jeder Menge lästiger Werbung und unnützen Testversionen von Software auszuliefern.

Der gute Walt, notorischer Apple-Evangelist, hat sich nämlich seit Jahren zum ersten Mal wieder einen Windows-Recher zugelegt - genauer gesagt ein Sony-Notebook vom Typ "Vaio SZ". Mit Vista natürlich. Und nun ärgert er sich mächtig. Über die vielen Probeversionen von Software, die man als Nutzer erstmal vom Rechner entfernen muss, um stattdessen die eigenen Lieblingsprogramme zu installieren. Und über die verwirrende Vielzahl an Sicherheitsprogrammen, die man selbst auf einem "jungfräulichen" System verwalten und auf dem neuesten Stand halten muss.

Kein Sony-spezifsches Problem im Übrigen - das wäre ihm mit einem Rechner von zum Beispiel HP genauso ergangen, sagt Walt. Das Problem sei "ein Mangel an Respekt gegenüber dem Kunden". Die Hersteller verhielten sich so, als gehöre der Rechner nicht dem Verbraucher. Stattdessen behandelten sie die PCs als "Billboard" für verkrüppelte Trial-Versionen von Software und Werbung für Websites und Dienste, die sie an Drittanbieter verkaufen könnten, die möchten, dass man ihre Produkte kauft.

Natürlich gebe es auf dem neuen Rechner nicht nur solche "Craplets", sondern auch sinnvolle und vollwertige Programme von sowohl Sony als auch Microsoft. Dennoch hätten sich auf dem neuen Vaio zwei Dutzend Testversionen und kostenlose Angebote befunden, so der Kolumnist. Auf dem Desktop zum Beispiel vier Icons für allerlei Dienste von AOL und zwei weitere von Microsoft. Auch im Start- und Programmmenü gab es jede Menge unerwünschte Einträge, zum Beispiel für den Musikdienst Napster.

Das schlimmste Desktop-Icon sei aber "Watch Hit Movies Now!" gewesen, klagt Walt Mossberg. Dahinter verbargen sich vier Sony-Spielfime in voller Länge, die der Hersteller einfach vorinstalliert hatte und die gleich mehr als 4 Gigabyte Plattenplatz raubten. Umsonst waren sie aber nicht: Wer sie anschauen will, muss sie zuvor bei Sony kaufen.

Ein Neustart des neuen Rechners dauert über drei Minuten, ein Kaltstart über zwei - was in Walt den Verdacht aufkommen lässt, dass das jede Menge Zeug geladen wird, von dem er gar nichts weiß und das er auch gar nicht will. Zum Vergleich: Ein ebenfalls neues "MacBook" von Apple schafft Reboot und Kaltstart in 34 respektive 29 Sekunden.

Die lohnenswerte Tirade gibt es auch als Video. Da nicht jeder das "Wall Street Journal" abonniert hat, haben wir es für Sie auf unseren Messe·schnell·weg gepackt - viel Spaß beim Anschauen. (tc)