Lichtspektrometer

US-Forscher diagnostizieren mit neu entwickeltem Smartphone-Sensor Krebserkrankungen

11.11.2016
Ein neu entwickelter Smartphone-Sensor soll helfen verschiedene Krebserkrankungen frühzeitig zu erkennen.

Bei dem Sensor handelt es sich um ein Lichtspektrometer, das bis zu acht verschiedene Blut- oder Gewebeproben gleichzeitig verarbeiten oder aber eine Probe in acht verschiedenen Tests untersuchen kann. Immer wird dabei nach dem Humanprotein Interleukin-6 (IL-6) gesucht, einem bekannten biologischen Marker für Lungen-, Prostata-, Leber-, Brust- und epitheliale Krebstypen.

Dank des neu entwickelten Smartphone-Sensors sollen sich Lungen-, Prostata-, Leber-, Brust- und epitheliale Krebstypen leichter diagnostizieren lassen.
Dank des neu entwickelten Smartphone-Sensors sollen sich Lungen-, Prostata-, Leber-, Brust- und epitheliale Krebstypen leichter diagnostizieren lassen.
Foto: Washington State University

Der Forschungsbericht wurde in dem Medizinjournal "Biosensors and Bioelectronics" veröffentlicht. Wie es heißt, ist das Acht-Kanal-Smartphone-Spektrometer ein Unikat, das in der Herstellung aber kaum teurer als 150 Dollar sein dürfte.

Schnelle Diagnosen retten Leben

Eine eigens entwickelte App nutzt die eingebaute Smartphone-Kamera, um den optischen Sensor zu steuern und die Gewebeproben mit dem korrespondierenden Spektrometerkanal abzugleichen. Labortests sollen dabei eine 99-prozentige Treffergenauigkeit ergeben haben. "In einer Zeit, in der Patienten und Mediziner immer schneller Ergebnisse erwarten, versuchen Forscher, Technologien der Biodetektion aus den Labors in die klinische Praxis zu überführen", heißt es in einem Statement der Forscher. "Damit bekommen die Patienten ihre Diagnosen demnächst schon unmittelbar in den Arztpraxen, in der Notaufnahme oder im Rettungswagen."

Ihre Meinung ist gefragt!

Das erste Spektrometer dieser Art wurde für das iPhone 5 konstruiert, doch es kann auch mit jedem anderen Smartphone zum Einsatz kommen, sagt Lei Li, Assistant Professor an der School of Mechanical and Materials Engineering an der WSU. Li, der das Forschungsteam leitet, hat ein Patent auf seine Arbeit angemeldet.