Unerfüllte Erwartungen

Unternehmen unzufrieden mit Startups

11.10.2016
Von 


Christoph Lixenfeld, seit 25 Jahren Journalist und Autor, vorher hat er Publizistik, Romanistik, Politikwissenschaft und Geschichte studiert.

1994 gründete er mit drei Kollegen das Journalistenbüro druckreif in Hamburg, schrieb seitdem für die Süddeutsche Zeitung, den Spiegel, Focus, den Tagesspiegel, das Handelsblatt, die Wirtschaftswoche und viele andere.

Außerdem macht er Hörfunk, vor allem für DeutschlandRadio, und produziert TV-Beiträge, zum Beispiel für die ARD-Magazine Panorama und PlusMinus.

Inhaltlich geht es in seiner Arbeit häufig um die Themen Wirtschaft und IT, aber nicht nur. So beschäftigt er sich seit mehr als 15 Jahren auch mit unseren Sozialsystemen. 2008 erschien im Econ-Verlag sein Buch "Niemand muss ins Heim".

Seit 2014 betreibt er die Informationsplattform www.wohinmitmutter.de.

Christoph Lixenfeld schreibt aber nicht nur, sondern er setzt auch journalistische Produkte ganzheitlich um. Im Rahmen einer Kooperation zwischen Süddeutscher Zeitung und Computerwoche produzierte er so komplette Zeitungsbeilagen zu den Themen Internet und Web Economy inklusive Konzept, Themenplan, Autorenbriefing und Redaktion.

Unternehmen geht es um technologische Weiterentwicklung

Fast alle Befragten gaben an, Kooperationen seien in einer Welt, die immer komplexer wird und in der Grenzen zwischen Branchen immer mehr verschwinden, der wichtigste Schlüssel für zukünftigen Erfolg. Dabei würden sehr konkrete, inhaltliche Business-Partnerschaften im Vergleich zu reinen Finanzinvestitionen in junge Unternehmen immer wichtiger, weil die Großen mit Hilfe dieser Deal nicht nur Geld verdienen, sondern sich auch selbst technologisch weiterentwickeln wollen.

Unterschiede in der Unternehmenskultur sind das wichtigste Hindernis bei Kooperationen. Interkulturelles Trainings sind zwar ein sinnvolles, aber kein hinreichendes Mittel, um diese Hürden zu beseitigen.
Unterschiede in der Unternehmenskultur sind das wichtigste Hindernis bei Kooperationen. Interkulturelles Trainings sind zwar ein sinnvolles, aber kein hinreichendes Mittel, um diese Hürden zu beseitigen.

Damit das funktioniert - sagen die Experten von Arthur D. Little - müssen etablierte Unternehmen intensiv an ihrer Beziehungsfähigkeit arbeiten. Aktuell sind sie davon laut Selbsteinschätzung noch sehr weit entfernt: Lediglich 28 Prozent der befragten Konzerne äußerten die Ansicht, diesbezüglich gut oder sehr gut aufgestellt zu sein.

Woran es vor allem fehlt, ist die Fähigkeit, schnell Entscheidungen auf Basis agiler Prozesse zu treffen. Gemeint ist hier das alte, vielgesungene Lied: Konzern haben zwar solide, gut geölte Prozesse, aber die Zahnräder mahlen eben zu langsam, um Neues schnell antreiben zu können.

Es fehlt an Konsequenz, Geduld und Frustrationstoleranz

Außerdem haben die Autoren der Untersuchung festgestellt, dass es oft an der notwendigen Konsequenz mangelt, daran, einmal erkannte neue Businesschancen mit Hilfe der Kooperation schnell und mit den notwendigen Ressourcen voranzutreiben.

Und die Startups? Sie machen den Fehler, zu früh in Kooperationen hineingehen zu wollen, noch bevor sie wirklich für sich geklärt haben, warum sie die Partnerschaft wollen und was sie sich davon erwarten. Sie sollten nach Ansicht der Studienautoren immer zunächst die eigenen Chancen und Wünsche erforschen.

Darüber hinaus müssten sie sich darüber im Klaren sein, dass sie viel Geduld und auch ein gehörige Portion Frustrationstoleranz benötigten, um mit den wuchtigen, oft starren Strukturen ihres Partners zurecht zu kommen. "Sie sollten durchaus Druck machen, aber bezüglich der Einhaltung von Timelines flexibel bleiben", schreiben die Autoren von Arthur D. Little.

Ihrer Ansicht nach - und das ist die Quintessenz des Ganzen - gibt es für keinen der Beteiligten eine Alternative zu mehr Kooperationen. Für Konzerne bedeuten sie, Zugang zu dringend benötigten Innovationen zu bekommen und so ihren Kunden neue, spannende Angebote machen zu können.

Die nächsten zwei Jahre sind entscheidend

Für Startups ist die Zusammenarbeit der wichtigste Schlüssel zu schnellem und nachhaltigem Wachstum, zum Erlangen von Markt-Knowhow und Marktzugängen.

Gelingen werden solche Vorhaben auf beiden Seiten denjenigen, die bereit und in der Lage sind, sich auf die Kultur, die Wünsche und Restriktionen der jeweils anderen Seite einzulassen und dabei nicht die Geduld zu verlieren.

Bei Arthur D. Little ist man davon überzeugt, dass gerade "das Zeitalter der Kooperationen anbricht", dass hier bereits in den kommenden 24 Monaten mehr passieren wird als jemals zuvor.