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Unisys renoviert die ES7000-Familie

07.04.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Unisys stellt heute eine neue Linie kompakter, Intel-basierender Server auf Basis der hauseigenen CMP-Architektur (Cellular Multiprocessor) vor. Diese hatte der Hersteller erstmals im Jahr 2000 mit seinem ersten "Intel-Mainframe" vom Typ "ES7000" vorgestellt. Sie skalierte seinerzeit von vier bis 32 Prozessoren in einem System aus zwei Kabinetten.

Grundbaustein der heute vorgestellten neuen Architektur ist ein unter dem Codenamen "Dylan" entwickelter Server, der acht Prozessoren auf einem Cell Board unterbringt und im Rack vier Höheneinheiten belegt. Maximal vier dieser Maschinen lassen sich zu einem 32-Wege-System mit Single System Image zusammenschalten. Die Dylans werden als "ES7000/500" vermarktet und stellen laut Mark Feverston, Vice President Platform Marketing, nicht Unisys Wiedereinstieg in den Markt für Commodity-Server dar, aus dem sich das Unternehmen vor einigen Jahren verabschiedet hatte. "Wir wollen kein Commodity-Player sein", erklärte Feverston auf einem Presse-Briefing. "Aber wir werden Commodity-Käufer anziehen."

Insgesamt vier Versionen des Dylan-Servers wird Unisys anbieten. Alle basieren wie gesagt auf einem Acht-Wege-, 4U-Rackmount-Modul, das einzeln "ES7000 Aries 510" getauft wurde. Alle Konfigurationen unterstützen die "Gallatin"-Prozessoren von Intel mit entweder 1,5 Gigahertz und 1 MB Cache oder 2 Gigahertz/2GB Cache. Der Aries 510 kann davon vier, sechs oder acht aufnehmen. Er unterstützt ferner bis zu 16 GB Hauptspeicher und bietet acht PCI-Steckplätze. Als Betriebssysteme kommen zunächst Windows 2000 Advanced Server, SCOs Unixware 7.1.3 und Linux Server 4.0 in Frage, später dann auch Windows Server 2003 inklusive dessen Enterprise Edition. Die CMP-Architektur gestattet derzeit Hardware-Partitionen maximal auf Cell-Board-Ebene. Anwendern, die den Aries 510 für mehrere Betriebssysteme aufteilen wollen, bietet Unisys diese Möglichkeit über eine Partnerschaft mit VMware und dessen "GSX Server".

Der "Aries 520" besteht im Prinzip aus zwei 510ern, die sich gegenüber den Betriebssystemen als ein System darstellen. Er bietet acht bis 16 Prozessoren und 32 MB L4-Cache pro vier Xeon-MP-CPUs. Acht PCI-Steckplätze gibt es standardmäßig, bis zu 16 sind möglich. Hauptspeicher und I/O-Leistung verdoppeln sich gegenüber dem Aries 510.

Nach oben hin wird das Dylan Konzept mit dem "Orion 530" und "Orion 540" abgerundet. Ersterer ist ein vorkonfigurierter Cluster aus zwei voll ausgestatteten Aries-520-Servern mit wahlweise Windows 2000 oder Server 2003 Datacenter Edition. Der 540 schließlich besteht aus vier Aries 510 und benötigt erheblich weniger Platz als der bisherige ES7000 mit 32 Prozessoren. Alllerdings unterstützt er wegen der größeren Cell Boards maximal vier Partitionen im Vergleich zu den acht Teilbereichen der älteren ES7000.

Nicht angekündigt, aber bereits in Planung ist eine Vier-Wege-Deskside-Variante des Aries 510, die der ein oder andere Kunde als Abteilungs-Server oder Workstation einsetzen könnte. Wann diese Maschine auf den Markt kommen soll, ist laut "Computerwire" noch unklar.

Keines der heute vorgestellten Dylan-Systeme unterstützt Intels 64-Bit-Architektur "Itanium" - im Gegensatz zu früheren ES7000s, die sowohl mit Itanium (1) als auch Pentium III Xeon auf unterschiedlichen Cell Boards umgehen konnten. Angesichts der Wettbewerbssituation erscheint es unwahrscheinlich, dass Unisys nicht bereits an vergleichbaren Designs auf Basis des "Madison"-Itanium arbeitet. Feverston wollte sich dazu nicht äußern.

Der Aries 510 mit vier Prozessoren soll in einer (nutzbaren) Einstiegskonfiguration rund 35.000 Dollar kosten, ein Orion 540 mit 32 Prozessoren schlägt mit 375.000 Dollar zu Buche. Erste Benchmark-Ergebnisse liegen bereits vor: Ein Aries 520 mit acht Prozessoren erreichte im OLTP-Test TPC-C mit Windows Server 2003 Datacenter Edition und SQL Server 2000 Enterprise Edition 118.381 tpm-C bei einem Preis-Leistungs-Verhältnis von 5,56 Dollar/tpm. Zum Vergleich: IBMs "x440" mit "Summit"-Chipsatz erreichte 112.800 tpm-C und 6,73 Dollar/tpm, der "Proliant DL760 G2" von HP kam auf 115.026 tpm-C und 7,69 Dollar/tpm. (tc)