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TiVo-President tritt zurück

02.02.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach dem plötzlichen Abgang eines weiteren Topmanagers von TiVo ist die Zukunft des US-Anbieters von digitalen Videorekordern (DVR) zunehmend ungewiss. Wie das Unternehmen aus San Jose, Kalifornien, bekannt gab, ist President Marty Yudkovitz am Montag zurückgetreten, "um mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen". Vor nicht einmal drei Wochen hatte bereits der Gründer und CEO von TiVo angekündigt, den Platz an der Unternehmensspitze freizumachen. Knapp acht Jahre nach der Gründung sei die Zeit gekommen, dass die Company von einem kaufmännisch erfahreneren Manager geleitet werde, erklärte der 55-jährige Michael Ramsay damals (Computerwoche.de berichtete).

TiVos Nummer zwei, der 50-jährige Yudkovitz, wurde vor nicht einmal zwei Jahren vom US-Medienriesen NBC geholt, um den TiVo-Geräten über Partnerschaften mit Satelliten- und Kabelfernsehbetreiber zum Durchbruch zu verhelfen. Die Kooperation mit TV-Kabelgesellschaften schlug allerdings fehl, stattdessen versuchen diese seit geraumer Zeit, TiVo mit eigenen DVRs Konkurrenz zu machen. Im Februar 2007 endet nun außerdem eine fruchtbare Allianz mit dem Satelliten-TV-Betreiber DirecTV, diese war bislang für rund 60 Prozent der 2,3 Millionen TiVo-Nutzer gut. Anstatt den Vertrag zu verlängern, wird DirecTV möglicherweise die Geräte eines Konkurrenten von TiVo vertreiben, an dem der Hauptaktionär News Corp. beteiligt ist.

Trotz anhaltender Übernahmegerüchte gelingt es TiVo nach wie vor, mit neuen Verträgen und Produkten für Aufmerksamkeit zu sorgen. So kündigte die Company vor kurzem mit "Tahiti" einen Dienst an, bei dem die Nutzer ihr Programm per Fernbedienung aussuchen und bezahlen. Auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas präsentierte TiVo außerdem das in einer Kooperation mit Microsoft entwickelte Programm "TiVoToGo". Dieses ermöglicht es Nutzern, die mit einer TiVo-Box aufgenommenen Sendungen auf einen Windows-XP-Rechner zu überspielen und anschließend direkt oder über einen Fernseher zu betrachten. (mb)