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Tiscali verfehlt operativen Break-even

15.02.2002
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der italienische Internet-Service-Provider (ISP) Tiscali verfehlte im vierten Geschäftsquartal sein Ziel, ein ausgeglichenes Ergebnis auf Basis operativer Zahlen zu erzielen (Computerwoche online berichtete), um sieben Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) einen Verlust von 200 Millionen Euro verbucht. Im vorhergegangenen dritten Quartal belief sich das Minus noch auf 44,8 Millionen Euro. Beim Umsatz erzielte Tiscali mit 201,6 Millionen Euro einen Zuwachs von 282 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In diesem Betrag enthalten sind die Einnahmen von Firmen wie Libertysurf, Planet Interkom und SurfEU, die sämtlich im vergangenen Jahr akquiriert wurden.

Im gesamten Geschäftsjahr beläuft sich der entsprechende Umsatz auf 741 Millionen Euro, dies entspricht einer Steigerung um 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Unternehmen unterbot damit jedoch seine bereits im November von 800 Millionen auf 760 bis 770 Millionen Euro gesenkten Erwartungen. Die Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatz in Höhe von 780 Millionen Euro gerechnet. Den Ebitda-Verlust konnte der Internet-Provider von 670,2 Millionen im Vorjahr auf 227,2 Millionen Eurosenken.

Die Geschäftsleitung erklärte, das Unternehmen befinde sich dank einem Restrukturierungs- und Integrationsprogramm in einer weit gesünderen Position, als das Ergebnis zeige. Im laufenden Jahr will sich das Management auf ein organisches Wachstum und die weitere Stärkung der Tiscali-Marke konzentrieren. Für 2002 erwartet Konzernchef Renato Soru dann bereits einen substanziellen Gewinn. Am Jahresende verfügte der Konzern nach eigenen Angaben über Bargeldreserven von 549 Millionen Euro. (mb)