Sparkassen setzten auf Linux

Thin Clients - schlanke Verwaltung

12.11.2010
Von Walter  Schwering
Die deutschen Sparkassen betreiben mehr als 140.000 Thin Clients.
Foto: Sparkassen Hannover

Die Thin Clients sind mit dem Linux-Derivat eLux des Anbieters UniCon Software ausgestattet, das mit lediglich 30 MB Speicherplatz auskommt und auf einem Flash-Speicher läuft. Anstelle einer Festplatte verfügen die schlanken Rechner über einen Flash-Speicher. Für die meisten IT-Arbeitsplätze in den Sparkassen reichen die Funtkionen der Thin Clients aus. Zu den wenigen Ausnahmen gehören beispielsweise Rechner im Marketing, auf denen aufwändige Grafikprogramme installiert sind. Diese lassen sich nicht wirtschaftlich als Thin Clients betreiben. Auch benötigen einige andere Geräte wie beispielsweise Kassenarbeitsplätze bestimmte dezentrale Komponenten. Sie werden mit einer speziellen Konfiguration ausgeliefert. Die überwiegende Mehrheit der bislang installierten 140.000 Geräte sind jedoch "echte" Thin Clients.

Die Inbetriebnahme der Thin Clients erfolgt nach dem Plug-and-Play-Prinzip. Die Nutzer müssen lediglich Netzstecker und Netzwerkkabel einstecken. Beim ersten Start meldet sich das Gerät selbständig im Netz des IT-Dienstleisters an. Der Boot-Vorgang dauert nur wenige Sekunden. Sollte ein nicht mehr aktuelles Software-Image aufgespielt sein, löst die zentrale Administrationsplattform ein automatisches Betriebssystem-Update aus. Anschließend ist der Rechner betriebsbereit. Die Nutzer können dann auf die Gesamtbanklösung zugreifen, die im Rechenzentrum läuft.

Enge Vorgaben für Hardwarelieferanten

Die zentralen bankfachlichen Anwendungen werden ausschließlich über Web-Browser bedient. Sie laufen auf Terminal-Servern im Rechenzentrum. Sowohl die Infrastruktur als auch die Anwendungsarchitektur ist darauf ausgerichtet, dass die Clients ohne lokale Komponenten auf die benötigten Funktionen zugreifen können. Das gewährleistet einen sicheren, störungsfreien und unkomplizierten Betrieb bei geringem Administrationsaufwand. Auch das Netzdruckerkonzept trägt dem genüge. Es befreit die schlanken Rechner von Komponenten für die Device-Steuerung.

Administriert werden die Rechner über eine zentrale, Multi-Vendor-fähige Plattform. Damit sich die Thin Clients hier nahtlos einfügen, müssen die Hersteller der Geräte die Auflagen des IT-Dienstleisters erfüllen. Dazu gehört beispielsweise, dass sie die Clients mit einem speziellen, vorkonfigurierten Installations-Image ausstatten.

Projektsteckbrief

Unternehmen: Sparkassen-Finanzgruppe.

Projektname: Bereitstellung von Thin-Client-Arbeitsplätzen.

Kernprodukte: Thin Clients diverser Hersteller, Linux-Distribution eLux.

Systemumgebung: Linux auf dem Client, Anwendungsbetrieb auf dem Mainframe, Browser-basierender Zugriff auf bankfachliche Applikationen über Terminalserver.

Herausforderungen: Bereitstellung einer Plug-and-Play-fähigen Thin-Client-Lösung mit zentraler Administration in einer dezentralen Anwendungslandschaft mit mehr als 197.000 Nutzern an über 15.000 Standorten.

Ergebnis: Austausch von mittlerweile 140.000 Arbeitsplatz-PCs (Fat Clients) durch Thin Clients mit einer Leistungsaufnahme von unter 20 Watt.

Zeitrahmen: Inbetriebnahme der ersten Thin Clients im Jahr 2006. Fortlaufend Roll-out weiterer Geräte.

Involvierter Dienstleister: Finanz Informatik.

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