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Alte Ethik gegen neue Ideale

TechCrunch-Streit reißt viele Gräben auf

08.09.2011
"TechCrunch" ist eine Institution in der Welt der Blogs, die über Internet-Themen berichten. Jetzt droht "TC" an einem Streit um Investitionen von Gründer Michael Arrington zu zerschellen.

Es ist eine Frage, über die seit Jahren gestritten wird: Müssen für Blogs die gleichen Ethik-Richtlinien wie für traditionelle Medien gelten? Wie wäre es zum Beispiel, wenn man über Unternehmen schreibt, in die man selbst investiert hat? Der Gründer des populären Technologie-Blogs "TechCrunch", Michael Arrington, treibt gerade die Verfechter der alten und neuen Medienwelt auf die Barrikaden. Arrington wollte als "TechCrunch"-Chefredakteur nebenbei einen millionenschweren Fonds auflegen - selbstverständlich für Investionen in Internet-Firmen.

Nach den klassischen Richtlinien des Mediengeschäfts wäre das ein Interessenkonflikt erster Güte. Können "TechCrunch"-Reporter objektiv bleiben, wenn sie über Firmen schreiben, an denen ihr Chef beteiligt ist? Oder über deren Konkurrenten?

Beim neuen "TechCrunch"-Eigentümer, dem Internet-Konzern AOL, an den Arrington sein Lebenswerk im vergangenen Jahr verkauft hatte, schrillten sofort die Alarmglocken. Die prominente Bloggerin Arianna Huffington, nach der Übernahme ihrer "Huffington Post" oberste Herrscherin über alle AOL-Inhalte, sprach ein Machtwort: Arrington soll seinen Investitionsfonds haben - aber Chefredakteur von "TechCrunch" bleiben könne er damit nicht.

Arrington, einst Anwalt, zog auf die Barrikaden und präsentierte ein Ultimatum: Entweder AOL garantiert "TechCrunch" die beim Kauf versprochene redaktionelle Unabhängigkeit und lässt das Blog in Ruhe - oder es soll an ihn und andere Alt-Eigentümer zurückverkauft werden. Das Problem ist nur, dass AOL nicht verkaufen wolle, schrieb die gut vernetzte Arrington-Kritikerin Kara Swisher im "Wall Street Journal"-Blog "All Things Digital".

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