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Studie: Windows-"Light" könnte Anwender teuer kommen

22.02.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Softwareentwickler und Verbraucher müssen in den kommenden drei Jahren mit Mehrkosten von bis zu 80 Milliarden Dollar rechnen, sollten die von der Klägerseite vorgeschlagenen Sanktionierungsmaßnahmen im laufenden US-Kartellverfahren gegen Microsoft vom Gericht angenommen werden. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Swiss Cheese Windows: Estimating Some Costs of the Nine State Remedy" (Download als PDF-Datei) des Microsoft-nahen Branchenvereins Association für Competitive Technology (ACT), der rund 300 IT-Unternehmen inklusive der Gates-Company vertritt. Kritisiert wird die Forderung der neun klagenden US-Bundesstaaten, wonach es PC-Wiederverkäufern künftig erlaubt sein soll, die Windows-"Middleware"-Produkte von Microsoft wie den Media-Player, Internet-Explorer

und Instant-Messaging-Client durch andere Produkte zu ersetzen. In diesem Fall müssten Unsummen für die Entwicklung, das Testen, die Dokumentation, die Verpackung, den Support und das Marketing der neuen Lösungen aufgewandt werden, so die Studie. Würden mehrere konkurrierende Middleware-Produkte angeboten, könne dies zu einer "Balkanisierung" von Windows führen, die die Verbraucher verwirren würde. Ein großer Teil der zusätzlichen Entwicklungskosten würden zudem auf die Konsumenten umgelegt, befürchtet ACT.

Einige Analysten rechnen ebenfalls mit höheren Entwicklungskosten und einer steigenden technischen Komplexität, sollte Microsoft gezwungen sein, Windows-Versionen ohne die Zusatzprodukte auf den Markt zu bringen. Wenn es der Gates-Company jedoch gestattet werden sollte, den Code der so genannten Middleware standardmäßig in Windows zu belassen, so würde die Softwareindustrie weiterhin vor allem die Microsoft-Produkte unterstützen. "Dann hätten wir die gleiche Situation wie jetzt auch", kommentierte Dan Kusnetzky, Vice President des Marktforschungsunternehmens IDC. (ka)