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Studie warnt vor giftigem Handy-Schrott

08.05.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Millionen Menschen weltweit telefonieren inzwischen mobil und ihre Zahl soll in den kommenden Jahren noch deutlich anwachsen. Da die meisten Handy-Benutzer ihre Mobiltelefone durchschnittlich nach 18 Monaten durch ein neues Modell ersetzen, befürchten Wissenschaftler einen immensen Berg an Elektroschrott, der gesundheitsschädliche Folgen haben könnte. Einer Studie ("Waste in the Wireless World: The Challenge of Cell Phones") der US-Umweltschutzorganisation Inform Inc. zufolge werden die Amerikaner im Jahr 2005 rund 130 Millionen Handys wegwerfen, was einem Müllberg von 65.000 Tonnen entspricht.

"Weil Mobiltelefone so klein sind, erscheinen die Umweltschäden für viele minimal", erklärte die Autorin der Studie Bette Fishbein. Allerdings enthalten die Geräte haltbare Giftstoffe wie Arsen, Antimon, Beryllium, Kadmium, Kupfer, Blei, Nickel und Zink, die oft in Verbindung gebracht werden mit Krebs oder neurologischen Störungen gerade bei Kindern.

Die US-Studie ruft dazu auf, Recycling- und Rücknahmeprogramme für gebrauchte Handys einzuführen, da die Geräte sonst auf dem Hausmüll landen würden. Australien hat bereits ein nationales Recycling-System für Mobiltelefone eingeführt und die Europäische Union erwägt eine Regelung, die Hersteller zur Entsorgung gebrauchter Elektronikgeräte verpflichtet (Computerwoche online berichtete). (ka)