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SCO wirft Novell den Fehdehandschuh hin

21.01.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Im Zuge ihres juristischen Feldzugs gegen Linux hat die SCO Group jetzt auch Novell wegen angeblicher Verstöße gegen ihre Copyrights and Unix und "Unixware" verklagt. Ein Sprecher von Novell wollte die beim Utah State Court in Salt Lake City eingereichte Klage nicht kommentieren.

SCO wirft Novell vor, es habe in den USA unrechtmäßig Urheberrechte für Unix-Technik beantragt, die von SCOs Copyright abgedeckt werde, und außerdem versucht, SCOs Bemühungen um eine Durchsetzung seiner Rechte zu blockieren. SCO fordert deswegen eine Unterlassungsverfügung gegen Novell sowie Schadenersatz in noch im Prozess festzulegender Höhe.

Novell hatte die Rechte an Unix System V im Jahr 1995 an SCO verkauft, vertritt aber die Meinung, es habe dabei nicht auch das Copyright an dem von AT&T übernommenen Ur-Unix abgetreten. Nach der Übernahme von Suse Linux für 210 Millionen Dollar hatte Novell außerdem angekündigt, es werde alle neuen Kunden, die Suse Linux mit ordentlichem Support-Vertrag nutzen, bei Klagen von SCO schadlos halten (Computerwoche.de berichtete).

SCO hatte im März 2003 zunächst IBM auf drei Milliarden Dollar Schadenersatz verklagt, weil Big Blue angeblich wichtigen Code aus Unix an die Linux-Community weitergegeben hat. Inzwischen fordert die frühere Caldera auch Lizenzgebühren von professionellen Linux-Anwendern ein. In Kürze will SCO einen besonders prominenten Linux-Anwender vor den Kadi zerren - dies könnte die Internet-Suchfirma Google werden -, um an diesem ein juristisches Exempel zu statuieren. (tc)