Carbon Disclosure Project

SAP für Klimaschutz ausgezeichnet

09.12.2021
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Spezialgebiet Business-Software: Business Intelligence, Big Data, CRM, ECM und ERP; Betreuung von News und Titel-Strecken in der Print-Ausgabe der COMPUTERWOCHE.
14 deutsche Unternehmen erhielten gute Noten für ihre Maßnahmen zum Klimaschutz, darunter auch SAP. Es gibt aber immer noch viele tausend Firmen, die ihren CO2 Footprint nicht im Griff haben, kritisiert das Carbon Disclosure Project.
Unternehmen spielen eine Schlüsselrolle bei der Erreichung der Klimaziele. Jährlich bewertet das Carbon Disclosure Project (CDP), wer dabei besonders gut vorankommt.
Unternehmen spielen eine Schlüsselrolle bei der Erreichung der Klimaziele. Jährlich bewertet das Carbon Disclosure Project (CDP), wer dabei besonders gut vorankommt.
Foto: Romolo Tavani - shutterstock.com

SAP hat es auf die A-Liste des Carbon Disclosure Project (CDP) geschafft. Hier finden sich Unternehmen, die sich intensiv um Klima- und Umweltschutz bemühen. Der Softwarehersteller ist einer von 14 deutschen Konzernen, die in diesem Jahr besonders gut abgeschnitten haben. Neben den Walldorfern gehören Symrise, die Gea Group, Bayer, Beiersdorf, die Deutsche Bahn, die Deutsche Telekom, Eon, Heidelberg Cement, Lanxess, Bosch, Thyssen Krupp, Thyssen Krupp Elevator sowie Volkswagen zu den Klassenbesten.

CDP gibt Noten für Klima-, Wälder- und Wasserschutz

Für die Note A im Ranking des CDP müssen Unternehmen nachweisen, dass sie direkt und indirekt verursachte klimaschädliche Emissionen reduzieren und Klimaschutzpläne belegbar vorantreiben. Die Umweltorganisation bewertet dabei drei Kategorien: Klima, Wälder und Wasser. Note A in allen drei Fächern schaffte unter den deutschen Unternehmen nur Symrise. Die Gea Group erreichte die Bestnote bei Klima und Wasser. Alle anderen gelisteten deutschen Betriebe erhielten nur in einer Kategorie ein A - wie SAP meist beim Klima.

SAP sieht sich in einer Vorreiterrolle in den Bereichen Environment, Social und Governance (ESG). Der Softwarekonzern hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2023 klimaneutral zu wirtschaften. "Wir sind weiterhin fest entschlossen, mit gutem Beispiel voranzugehen, wenn es darum geht, unser Geschäft nachhaltig zu führen und über unsere Fortschritte zu berichten", betonte Luka Mucic, Finanzvorstand der SAP und Boardsponsor für das Thema Nachhaltigkeit. "Genauso wichtig ist es, unser Wissen mit Kunden zu teilen und sie mit unserem wachsenden Portfolio an Nachhaltigkeitslösungen in die Lage zu versetzen, ihre eigenen Klimaziele zu erreichen."

SAPs Finanzchef Luka Mucic verspricht, in den Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit nicht nachlassen zu wollen.
SAPs Finanzchef Luka Mucic verspricht, in den Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit nicht nachlassen zu wollen.
Foto: SAP SE / Ingo Cordes

Wie wichtig das ist, zeigen die Gesamtergebnisse des diesjährigen CDP-Rankings. Insgesamt untersuchte die Umweltschutzorganisation weltweit rund 12.000 Unternehmen. Nur 272 erhielten mindestens in einer der geprüften Kategorien die Bestnote A. Das sind laut CDP lediglich zwei Prozent der Unternehmen. 14 Firmen schafften ein Triple A, darunter HP. 58 Prozent der bewerteten Unternehmen wurden mit den schlechtesten Noten (C oder D) bewertet. Im Vergleich zum Vorjahres-Ranking ging die Zahl der A-Unternehmen sogar um 40 Prozent zurück. Das liege allerdings auch daran, dass die Vorgaben strenger geworden seien, betonten die CDP-Verantwortlichen. Aus Deutschland wurden 500 Firmen geprüft. 14 Unternehmen mit A-Noten bedeuten einen Anteil von 2,8 Prozent.

Klimaschutz - blinder Fleck für tausende Firmen

Für die Umweltschützer offenbart das diesjährige Ranking Licht und Schatten. Es sei ermutigend zu sehen, dass viele Unternehmen die Qualität ihrer Berichte deutlich verbessert hätten und in der Rangliste nach oben gerückt seien, heißt es in einer Mitteilung. Immerhin 509 Unternehmen hätten ihre Note von einem C oder schlechter im Jahr 2020 auf ein B im Jahr 2021 verbessern können.

Bedenklich sei jedoch, dass fast 17.000 Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von zusammen 21 Billionen Dollar nicht in der Lage gewesen seien zu berichten, welche Anstrengungen sie in Sachen Umwelt und Klimaschutz unternehmen - darunter namhafte Konzerne wie Chevron, Exxon Mobil, Glencore und Berkshire Hathaway.

Hier gibt es offenbar viel Nachholbedarf. Die regulatorischen Anforderungen an die Umweltberichterstattung steigen, gleichzeitig wächst der öffentliche Druck, mehr Umwelttransparenz zu zeigen. Immer mehr Investoren fordern heute Umweltdaten von Unternehmen. Die Bemühungen um den Schutz des globalen Klimas haben Einfluss darauf, wie Betriebe bewertet werden und zu welchen Konditionen sie Geld von Investoren erhalten.

Greenwashing wird nicht mehr funktionieren

Unternehmen, die ihre Umweltdaten konsequent veröffentlichen, können ihren Ruf aufpolieren, regulatorischen Eingriffen entgegenwirken und ihre Wettbewerbsposition verbessern. Sie hätten besseren Zugang zu Kapital, sagen die CDP-Verantwortlichen "Wir brauchen jetzt noch ehrgeizigere Maßnahmen zum Klimaschutz und mehr Unternehmen, die sich auch in anderen Bereichen des Naturschutzes engagieren", sagte Dexter Galvin, Global Director of Corporations & Supply Chains beim CDP. "17.000 Unternehmen, die nicht einmal den ersten Schritt machen und ihre Umweltdaten melden, sind viel zu viel." Diese Unternehmen setzten den Planeten und auch die eigene Existenz aufs Spiel. Wenn sie so weitermachten, werde sich die öffentliche Meinung gegen sie richten - und auch die von Gesetzgebern und Investoren. "Die Kontrolle nimmt zu - leere Zielvorgaben oder Greenwashing werden nicht mehr funktionieren."