Strategiewechsel beim Marktführer

Samsung: Neue Features zuerst in Mittelklasse-Smartphones

05.09.2018
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Seine erste Berührung mit Informatik erfolgte an einem C64 samt Floppy VC 1541. Von Anfang an nutzte er diesen faszinierenden Heimcomputer nicht nur zum Daddeln, sondern auch für die Basic-Programmierung. Unter anderem half er seinen damals etwas müden Kopfrechnen-Fähigkeiten auf die Sprünge, indem er ein Programm schrieb, das immer zwei zufällig ausgewählte Zahlen zur Multiplikation stellte. Im Hintergrund lief ein Timer. Nur wenn er das Ergebnis innerhalb des vorgegebenen Zeitraums, der leider manchmal zu knapp bemessen war, richtig eintippte, bekam er einen Punkt gutgeschrieben. Seine Highscore-Ergebnisse waren durchwachsen, seine Programmierkenntnisse dafür umso besser. Der Lehrstuhl, an dem er als studentische Hilfskraft angestellt war, gehörte seinerzeit zu den Vorreitern in Sachen IT. Man übersetzte damals die griechischen Inschriften der antiken Stadt Hierapolis – heute ist dieses türkische Pamukkale bekannt durch seine Kalksinter-Terrassen. Die wissenschaftlich korrekt erfassten und kommentierten Inschriften bearbeiteten Dirscherl und Kollegen zunächst in Wordperfect. Anschließend landeten die Texte in einer Datenbank, die auf CD gepresst und für sündhaft viel Geld weltweit verkauft wurde. Über dieses epigraphische Datenbankprojekt, diverse C-Programmierereien auf Unix-Systemen und seine ersten Experimente mit Linux landete er schließlich professionell bei der IT. Seit den späten 1990-ern nutzt er Linux als Produktivsystem, seit Anfang der 2000-er Jahre ist Linux sein hauptsächliches OS. Nach vielen Jahren mit Suse Linux und Open Suse und zwischendurch Ausflügen zu Red Hat und Debian landete er bei Ubuntu und erledigt damit alle Arbeiten. Linux und C ist er bis heute treu geblieben – nach einem Ausflug zu PHP und MySQL. Mittlerweile bastelt er auch mit Arduino. Bei pcwelt.de betreut er vor allem Business-IT-Themen und hat den Auto & Technik-Bereich von Null beginnend aufgebaut. Seine Tests der Infotainmentsysteme in modernen Fahrzeugen gehören zu den ausführlichsten Tests, die man dazu überhaupt finden kann. Daneben schreibt er zudem fast täglich aktuelle Meldungen aus der IT-Welt.
Samsung will künftig spannende neue Features als erstes in bezahlbaren Mittelklasse-Smartphones einbauen und nicht mehr in seinen teuren Flaggschiffen wie Galaxy S9 oder Note 9.
Mittelklasse-Smartphones wie das A6 sollen neue Features künftig zuerst bekommen.
Mittelklasse-Smartphones wie das A6 sollen neue Features künftig zuerst bekommen.
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Samsung will seine Mittelklasse-Smartphones aufwerten: Bereits ab 2019 sollen neue Features zuerst in Samsungs Mittelklasse-Smartphones und damit vor den Flaggschiffen eingebaut werden. Ziel sei es, die „Millennials“ als Käufer anzulocken. Das sagte DJ Koh, der CEO von Samsungs Mobile-Sparte, gegenüber CNBC.

Sollte Samsung künftig spannende neue Funktionen und Techniken tatsächlich zuerst in Mittelklasse-Smartphones einbauen, wäre das eine grundsätzlich neue Strategie der Südkoreaner. Denn bisher präsentierte Samsung neue Funktionen zunächst im Galaxy S8 oder S9 beziehungsweise im Galaxy Note. Erst nach und nach hielten neue Features dann auch in preiswerteren Smartphones Einzug.
Aus der Automobilbranche kennt man das aber durchaus: So stellte Daimler sein neues Infotainmentsystem MBUX nicht etwa in der S-Klasse, sondern in der A-Klasse vor. Und das neue Connected Drive+ verbaute BMW zuerst im 5er und nicht im 7er.


Als Grund für diese strategische Neuausrichtung nennt CNBC die zuletzt schleppenden Verkäufe bei den Flaggschiff-Smartphones.Samsung habe sein Mobile-Development-Team bereits entsprechend umorganisiert, so Koh. Die Galaxy-A-Serie,preislich etwas über 200 Euro verortet, könnte das erste Smartphone sein, das von der neuen Strategie profitiert. Diese Galaxy-A-Smartphones sind in vielen Märkten rund um den Globus erfolgreich und dort oft wichtiger als das S9. Trotzdem erwarten die Käufer auch in diesen preiswerteren Smartphones Top-Features. (PC-Welt)