Windows 10

Reservierter Speicher als Puffer bei Updates

25.06.2019
Von 
Thomas Rieske arbeitet seit Oktober 2002 als freiberuflicher IT-Fachjournalist und Autor. Zu den Themenschwerpunkten des Diplom-Übersetzers zählen unter anderem Computersicherheit, Office-Anwendungen und Telekommunikation.
Der reservierte Speicher ist ein neues Feature, mit dem Windows einen Teil der Festplattenkapazität als temporären Speicher für Updates zuweist. Microsoft will dadurch sicherstellen, dass weitere Updates erfolgen können, selbst wenn die Kapazität des Datenträgers fast erschöpft sein sollte.

Was ist reservierter Speicher?

Nach Angaben von Microsoft belegt die neue Funktion anfangs circa 7 GB Speicher. Die genaue Größe variiert aber, abhängig davon, welche optionalen Features und zusätzlichen Sprachpakete der User auf seinem Rechner nutzt. Dieser Platz ist einerseits vorgesehen für temporäre Dateien, diverse Caches und "andere Dateien", wie der Hersteller auf seiner deutschen Support-Seite schreibt, um einen zuverlässigen Betrieb sicherzustellen.

Sobald ein neues Windows-Update ansteht, löscht das Betriebssystem aber automatisch nicht benötigte Files im reservierten Speicher. Damit steht der Update-Routine im Idealfall der gesamte Puffer zur Verfügung. Erst falls dieser aus welchen Gründen auch immer nicht ausreicht, greift Windows auf anderen noch verfügbaren Speicher zurück.

Ist die Funktion bereits an?

Allerdings ist die neue Funktion standardmäßig nur nach einer frischen Windows-Installation (Clean Install) eingeschaltet, beispielsweise auf gekaufter Hardware mit vorinstalliertem Microsoft-OS. Wenn Sie hingegen ein älteres Windows 10, etwa Version 1809, auf das Mai-Release aktualisiert haben, müssen Sie per Hand nachhelfen. Das geschieht in zwei Schritten und empfiehlt sich eher für versierte User.

Das Feature finden

Starten Sie zunächst den Registry-Editor, bestätigen die UAC-Nachfrage und wechseln zum Zweig HKEY_LOCAL_MACHINE. Dann navigieren Sie weiter zu SOFTWARE \ Microsoft \ Windows \ CurrentVersion \ ReserveManager.

Einschalten

Im rechten Teil des Editor-Fensters klicken Sie doppelt auf den Eintrag ShippedWithReserves. Anschließend ändern Sie den Wert von 0 (Default) in 1 und übernehmen Ihre Änderung mit OK.

Nach dem Neustart

Nach einem Neustart des Computers folgt der zweite, nicht gerade triviale Teil in Form eines Inplace Upgrades, das wir an dieser Stelle beschrieben haben. Bei diesem Pseudo-Upgrade müssen Sie jedoch unbedingt darauf achten, dass im Setup-Dialog Bereit für die Installation die Option Persönliche Dateien und Apps behalten ausgewählt ist. Sollte das nicht der Fall sein, passt die für das Upgrade verwendete Windows-10-ISO-Datei nicht zur installierten Windows-Version, und Sie sollten den Vorgang abbrechen.

Die Einstellung finden

Nachdem Sie das Inplace Upgrade erfolgreich abgeschlossen haben, finden Sie das neue Feature, wenn Sie die Windows-Einstellungen aufrufen. Dorthin gelangen Sie am schnellsten mit der Tastenkombination Windows+i. Dann navigieren Sie weiter über System zu Speicher. Im rechten Bereich des Bildschirms klicken Sie auf Weitere Kategorien anzeigen / System-reserviert. Im nächsten Dialog sehen Sie unterhalb der Kategorie Reservierter Speicher die dazugehörige Größenangabe sowie einen Link zu weiterführenden Informationen.

Die Funktion wieder abschalten

User, auf deren PC die Funktion hingegen standardmäßig aktiv ist, müssen den umgekehrten Weg gehen, um sie wieder loszuwerden. Hangeln Sie sich dazu in der Registrierungsdatenbank im oben genannten Pfad erneut bis zu ReserveManager. Dann editieren Sie ShippedWithReserves und ändern diesmal dessen Wert von 1 (Default) in 0. Nun noch die Änderung mit OK übernehmen und einen Neustart durchführen - fertig. Ein Inplace Upgrade entfällt laut unseren Tests bei der initialen Änderung. Sie müssen es jedoch durchführen, falls Sie später erneut Anpassungen vornehmen. (jd)