Google I/O

Pixel 3a, Nest Hub, besserer Assistant & Android Q

08.05.2019
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Seine erste Berührung mit Informatik erfolgte an einem C64 samt Floppy VC 1541. Von Anfang an nutzte er diesen faszinierenden Heimcomputer nicht nur zum Daddeln, sondern auch für die Basic-Programmierung. Unter anderem half er seinen damals etwas müden Kopfrechnen-Fähigkeiten auf die Sprünge, indem er ein Programm schrieb, das immer zwei zufällig ausgewählte Zahlen zur Multiplikation stellte. Im Hintergrund lief ein Timer. Nur wenn er das Ergebnis innerhalb des vorgegebenen Zeitraums, der leider manchmal zu knapp bemessen war, richtig eintippte, bekam er einen Punkt gutgeschrieben. Seine Highscore-Ergebnisse waren durchwachsen, seine Programmierkenntnisse dafür umso besser. Der Lehrstuhl, an dem er als studentische Hilfskraft angestellt war, gehörte seinerzeit zu den Vorreitern in Sachen IT. Man übersetzte damals die griechischen Inschriften der antiken Stadt Hierapolis – heute ist dieses türkische Pamukkale bekannt durch seine Kalksinter-Terrassen. Die wissenschaftlich korrekt erfassten und kommentierten Inschriften bearbeiteten Dirscherl und Kollegen zunächst in Wordperfect. Anschließend landeten die Texte in einer Datenbank, die auf CD gepresst und für sündhaft viel Geld weltweit verkauft wurde. Über dieses epigraphische Datenbankprojekt, diverse C-Programmierereien auf Unix-Systemen und seine ersten Experimente mit Linux landete er schließlich professionell bei der IT. Seit den späten 1990-ern nutzt er Linux als Produktivsystem, seit Anfang der 2000-er Jahre ist Linux sein hauptsächliches OS. Nach vielen Jahren mit Suse Linux und Open Suse und zwischendurch Ausflügen zu Red Hat und Debian landete er bei Ubuntu und erledigt damit alle Arbeiten. Linux und C ist er bis heute treu geblieben – nach einem Ausflug zu PHP und MySQL. Mittlerweile bastelt er auch mit Arduino. Bei pcwelt.de betreut er vor allem Business-IT-Themen und hat den Auto & Technik-Bereich von Null beginnend aufgebaut. Seine Tests der Infotainmentsysteme in modernen Fahrzeugen gehören zu den ausführlichsten Tests, die man dazu überhaupt finden kann. Daneben schreibt er zudem fast täglich aktuelle Meldungen aus der IT-Welt.
Google hat Pixel 3a und 3x XL, Nest Hub und den erweiterten Google Assistant vorgestellt. Außerdem gibt es Neuigkeiten von Android Q.

Google hat auf seiner Entwicklerkonferenz Google I/O wieder einen Rundumschlag gelandet. Mit Hardware, Software und Diensten. Ein Überblick.

Der neue Google Nest Hub.
Der neue Google Nest Hub.
Foto: Google



Pixel 3a und 3a XL:Wie seit Wochen vermutet, stellte Google zwei neue, preiswertere Pixel-Smartphones vor: Pixel 3a und Pixel 3a XL. Wir haben das Pixel 3a XL bereits getestet: Es ist sehr gut, aber es quietscht.

Google Lense, AR und Google-Suche: In den nächsten Wochen will Google eine neue Funktion in der Google-Suche veröffentlichen, mit der Nutzer 3D-Objekte direkt aus der Suche in ihrem Umfeld platzieren können. Diese kann man dann genauer betrachten und bekommt ein besseres Gefühl für die eigentliche Form und Größe. Ein weißer Hai mit 5,5 Meter Länge schwimmt dann auf dem Smartphone-Display quasi direkt vor Ihnen und Sie gewinnen einen realistischen Eindruck von dessen Größe.

Der wei0e Hai auf dem Smartphone.
Der wei0e Hai auf dem Smartphone.
Foto:

Die Weiterentwicklung von Google Lens wiederum soll zum Beispiel auf der Speisekarte Gerichte automatisch hervorheben. Wenn Sie dann auf ein Gericht tippen, können Sie anhand von Fotos und Rezensionen auf Google Maps sofort sehen, wie es tatsächlich aussieht – und wie es den anderen Gästen bisher geschmeckt hat. Die Bilderkennungssoftware Google Lens soll vor allem im Urlaub helfen, wenn Sie die Landessprache nicht verstehen. Sie halten die Kamera auf den zu übersetzenden Text und Google Lens zeigt dann die Übersetzung direkt über dem Ausgangstext an – und das in mehr als 100 Sprachen.

Google Assistant - Die nächste Generation:Google will den Google Assistant so weiter entwickeln, dass er nicht mehr ständig auf die Server von Google zugreifen muss. So soll der Google Assistant künftig auch offline leistungsfähig arbeiten können – zum Beispiel auf dem Smartphone, während dieses keine Mobilfunkverbindung nutzen kann.

In Zahlen ausgedrückt: Statt 100 GB in der Cloud soll jetzt weniger als ein halbes Gigabyte auf dem Smartphone ausreichen, damit der Google Assistant arbeiten kann. Dadurch kann die KI hinter Google Assistant direkt auf Ihrem Smartphone ausgeführt werden. Nahezu ohne Verzögerung wird dann die Sprache auf Ihrem Gerät verarbeitet – selbst wenn Sie gerade mal keine Internetverbindung haben. Das verspricht zumindest Google.

Der Google Assistant der nächsten Generation soll so Anfragen in Echtzeit verstehen und verarbeiten – und die Antworten bis zu 10-mal schneller liefern. Mit Hilfe des Assistants sollen Sie verschiedene Apps gleichzeitig aufrufen können.

Ein Schritt in Richtung natürliche Unterhaltung: Mit der Funktion „Durchgängige Unterhaltung" können Sie gleich mehrere Anfragen hintereinander stellen, ohne vorher jedes mal erneut „Ok Google“ sagen zu müssen.

Ende 2019 sollen Sie den neuen Google Assistant zum ersten Mal auf den aktuellen Pixel-Handys erleben können.

Zumindest in den USA soll der Google Assistant jetzt auch Online-Buchungen schneller erledigen können – dank Duplex-Technik. Sagen Sie zum Beispiel „Buch mir einen Mietwagen bei National für meinen nächsten Trip“ und überlassen Sie Google Assistant den Rest. Er navigiert dann durch die Website und gibt Informationen basierend auf Ihren Präferenzen ein, wie zum Beispiel Buchungsinformationen aus Ihrem Gmail-Konto oder Zahlungsinformationen aus Chrome. Die Web-Version von Duplex wird noch 2019 auf Englisch in den USA und Großbritannien für das Buchen von Mietwagen und Kino-Tickets auf Android-Smartphones verfügbar sein.

In den kommenden Monaten startet Google eine neue Funktion, mit der Sie Assistant immer besser verstehen soll. Dann soll er auch bei Anfragen wie „Ok Google, wie ist das Wetter bei Mama an diesem Wochenende?“ oder „Erinnere mich daran, eine Woche vor dem Geburtstag meiner Schwester Blumen zu bestellen“ funktionieren.

Der Assistant soll dann auch nützlichere Vorschläge machen. Im Sommer erscheint auf Smart Displays eine neue Funktion, die personalisierte Vorschläge für zum Beispiel Rezepte, Events und Podcasts liefert. Wenn Sie also in der Vergangenheit nach mediterranen Rezepten gesucht habt, zeigt Ihnen Google Assistant in Anlehnung daran ebenfalls mediterrane Gerichte, wenn Sie nach Ideen für das Abendessen fragt. Assistant hilft Ihnen kontextabhängig und bezieht zum Beispiel die Tageszeit für die Rezeptvorschläge mit ein, gibt euch also am Morgen Frühstücksrezepte und am Abend Vorschläge für das Abendessen.
Anfang des Jahres hatte Google den Assistant in Google Maps integriert. In den nächsten Wochen soll auch Waze den Google Assistant bekommen. Diese App können Sie dann während der Fahrt mit Ihrer Stimme bedienen und Ihre Hände bleiben sicher am Lenkrad.

Mit dem neuen Fahrmodus über Google Assistant soll der Autofahrer alle wichtigen Dinge während der Fahrt mit seiner Stimme erledigen können. Deshalb hat Google ein Dashboard entwickelt, das es ermöglicht, die wichtigsten Funktionen wie Navigation, Nachrichten und Anrufe ausschließlich mit der Stimme zu bedienen.

Der Fahrmodus liefert auf Sie zugeschnittene Vorschläge. Wenn Sie also eine Reservierung für ein Abendessen im Kalender haben, erhalten Sie einen praktischen Hinweis für den Weg zum Restaurant. Wenn Sie zu Hause einen Podcast angefangen habt, können Sie im Auto genau dort weiterhören, wo Sie vorher aufgehört habt. Um den Fahrmodus zu starten, sagen Sieeinfach „Ok Google, lass uns fahren“ oder schalten Bluetooth am Handy ein damit der Fahrmodus automatisch startet. Sie können Assistant auch um Hilfe bei der Navigation bitten.

Der Fahrmodus wird diesen Sommer auf Android-Smartphones mit Google Assistant verfügbar sein.

Für Fahrzeuge, bei denen der Automobilhersteller Android tief in das Fahrzeugsystem integriert hat, gibt es bald auch Fernzugriffsmöglichkeiten, wie man sie sonst nur von den Herstellersspezifischen Apps kennt. So können Sie zum Beispiel die Heizung Ihre Autos einschalten, bevor Sie das Haus verlassen, den aktuellen Kraftstoff- oder Batteriestatus überprüfen oder sicherstellen, dass die Autotüren verschlossen sind. Google will diese neue Funktion in den kommenden Monaten auf bestehende Automodelle übertragen, die mit „Blue Link“ von Hyundai und „Mercedes me connect“ von Mercedes-Benz arbeiten.

Android Q: Bei der nächsten Androidversion Android Q soll das Hauptaugenmerk auf Sicherheit und Datenschutz sowie dem Digital Wellbeing liegen. Android Q unterstützt zudem die typischen Anwendungsbereiche der so langsam auf den Markt kommenden faltbaren Android-Geräte. Apps sollen sich so einfach an verschiedene Displaygrößen anpassen, je nachdem wie Sie Ihr faltbares Smartphone gerade halten. Android Q ist zudem auch für 5G entwickelt und soll App-Entwickler die bessere und schnellere Konnektivität voll ausnutzen lassen. Für Streaming, Spiele und Augmented Reality.

Neu ist Automatische Transkription. Diese Funktion erstellt Untertitel für die Audiowiedergabe Ihres Smartphones, ohne dabei WLAN oder Datenvolumen zu nutzen. Die Automatische Transkription funktioniert in Videos, Podcasts und Sprachnachrichten, in allen Apps und sogar bei eigenen Sprachaufnahmen. Sobald gesprochenes Wort erkannt wird, werden die Untertitel erstellt – alles direkt auf dem Gerät, die Texte bleiben dabei auf Ihrem Smartphone.

Die Funktion „Intelligente Antwort“ für Android-Benachrichtigungen funktioniert ebenfalls dank maschinellem Lernen direkt in Ihren Geräten und soll so jede Menge Zeit sparen. Google integriert „Intelligente Antwort“ fest in Android Q, sodass künftig in allen Messaging-Apps Antwortvorschläge angezeigt werden. Zusätzlich wird „Intelligente Antwort“ Ihnen Vorschläge für Ihre nächste Aktion anbieten. Wenn Sie beispielsweise jemand eine Adresse schicken, können Sie die nun besonders schnell in Google Maps öffnen.

Mit Android Q sollen fast 50 neue Sicherheitsfunktionen hinzu kommen, die Smartphone und Daten schützen. So gibt es in den Einstellungen eine festgelegte Privatsphäre-Rubrik, damit Sie alle wichtigen Bedienelemente an einem Ort finden. Google hat auch einen neuen Bereich für Standortdaten hinzugefügt, um mehr Transparenz rund um Ihren Standort zu schaffen und Ihnen die Kontrolle darüber zu geben, mit welchen Apps die Standortdaten geteilt werden. Sie können nun entscheiden, diese Daten nur für aktive Apps freizugeben. Außerdem werden Sie über jeden Zugriff einer App auf Ihren Standortdaten informiert. Sie entscheiden dann, ob Sie das unterbinden möchten oder nicht. Android Q bietet auch Schutz für andere sensible Geräteinformationen wie Seriennummern.

Mit Android Q aktualisiert Google wichtige Updates für das Betriebssystem im Hintergrund. Damit kommen alle Neuerungen und Aktualisierungen künftig ohne Neustart des Geräte aus..

Ein neuer Fokusmodus soll bei konzentriertem Arbeiten ohne Ablenkung unterstützen. Damit können Sie Apps festlegen, die Sie ablenken, wie E-Mail oder News – und sie deaktivieren, bis Sie den Fokusmodus wieder beenden. Zudem ist jedes Gerät mit Family Link ausgestattet, das über Digital Wellbeing verfügt. So hilft Android Q Kindern und Familien, ein besseres Gleichgewicht im Umgang mit Technologie zu ermöglichen. Damit könnt Sie tägliche Limits für Bildschirmzeit einstellen, nachsehen mit welchen Apps Ihr Kind die meiste Zeit verbringt und eine Schlafenszeit für das Gerät setzen. Und mit Android Q können Sie sogar die Zeit für einzelne Apps oder Spiele limitieren, sowie extra Zeit hinzufügen, wenn das Limit erreicht wurde.

Android Q bringt eine neue, auf Gesten basierende Navigation, über das dunkle Design bis hin zum Streamen von Audiodaten an Hörgeräte mithilfe von Bluetooth LE.

Die Betaversion von Android Q ist jetzt für 21 Geräte von 13 verschiedenen Marken sowie für alle Pixel-Smartphones erhältlich.

Google Nest Hub: Google führt alle Produkte der Google Home-Familie unter der Marke Google Nest zusammen. Ein komplett neues Gerät ist der Google Nest Hub: Ein 7-Zoll-Touchscreen für die Wohnung mit Google Assistant. Der Ambient EQ-Lichtsensor auf der Oberseite des Geräts passt die Helligkeit und Lichtfarbe automatisch an die Umgebungsbeleuchtung an.

Mit Google Nest Hub könnten Sie Hunderte von kompatiblen Smart-Home-Geräten steuern. Zum Beispiel Philips Hue, die Homematic-Thermostate, Nest Cam IQ-Kamera und Nest Hello. Außerdem spielen Sie damit Musik ab, beispielsweise von Spotify oder TuneIn. Wird der Hub gerade nicht benötigt, dient er als digitaler Bilderrahmen.

Sie können jetzt Nest Hub im Google Store für 129 Euro (UVP) vorbestellen. Ab dem 28. Mai erhalten Sie Nest Hub auch exklusiv bei Media Markt und Saturn. Nur in den USA verkauft Google auch einen Google Nest Hub Max mit Kamera.

Außerdem ändert Google die Preise für einige Produkte: Ab dem 7. Mai kostet Google Home 99 Euro und Google Home Max 299 Euro. Google Home Mini kostet weiterhin 59 Euro. (PC-Welt)