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Peoplesoft weitet Klage gegen Oracle aus

13.08.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Peoplesoft hat seine Klage gegen Oracle ausgeweitet. Der Anbieter von Unternehmenssoftware beschuldigt den Konkurrenten nun zusätzlich, er wolle mit seinem feindlichen Übernahmeangebot die bestehenden Kundenbeziehungen des Wettbewerbers gefährden. Es gebe neue Beweise dafür, dass Oracle die Peoplesoft-Kunden vorsätzlich über die Pläne nach der Übernahme getäuscht habe, teilte die Company mit.

Die Softwareschmiede aus Pleasanton, Kalifornien, hatte am 13. Juni Klage beim California Superior Court in Alameda County erhoben. Damals argumentierten die Anwälte der Company, Oracle agiere mit unfairen Geschäftspraktiken, beeinflusse auf rechtswidrige Weise Peoplesofts bestehende und potenzielle Kunden, verunglimpfe Peoplesofts Produkte und wolle die geplante Übernahme von J.D. Edwards durch Peoplesoft torpedieren. Das Unternehmen forderte daher eine einstweilige Verfügung, die es Oracle untersagen soll, seinen feindlichen Übernahmeversuch weiter zu betreiben. "Durch das Angebot mit der Absichtserklärung, Peoplesofts Geschäft einzustellen, will Oracle die Bemühungen von Peoplesofts Vertrieb um neue Abschlüsse stören und damit das Geschäft schädigen, selbst wenn Oracle niemals auch nur eine einzige Peoplesoft-Aktie kauft", erklärte CEO (Chief Executive Officer) Craig Conway damals (Computerwoche online berichtete).

Zwischenzeitlich versuchte Oracle auf seiner Website klarzustellen, dass die Peoplesoft-Produkte im Falle einer Übernahme mindestens zehn Jahre lang unterstützt und verbessert würden. Außerdem seien die Anwender nicht gezwungen, zu Oracles E-Business-Suite zu wechseln.

Oracle selbst versucht gerichtlich durchzusetzen, dass Peoplesoft seine Schutzmaßnahmen (Poison Pill) gegen eine feindliche Übernahme aufhebt. Sollte dies nicht gelingen, will die Company versuchen, die Mehrheit im Verwaltungsrat zu besetzen, um über diesen Umweg eine Akquisition einzuleiten. (mb)