Bitkom-Studie

Online-Bewertungen für Arbeitgeber immer beliebter

Simon Lohmann ist Volontär bei der IDG Business Media GmbH. Im September 2017 beendete er sein Studium „Medienkommunikation & Journalismus“ an der FHM in Hannover, seit 2015 ist er freier Journalist bei der Macwelt.
Noch bereits vor dem ersten Bewerbungsgespräch machen sich Arbeitnehmer ein Bild von ihren potenziellen Arbeitgebern – Internet sei dank. Die Bewertungen auf diversen Plattformen werden einer neuen Studie von Bitkom zufolge bei jung und alt immer beliebter.
Sind die Arbeitnehmer mit ihrem Unternehmen zufrieden? Das beantworten immer mehr Deutsche auf entsprechenden Plattformen.
Sind die Arbeitnehmer mit ihrem Unternehmen zufrieden? Das beantworten immer mehr Deutsche auf entsprechenden Plattformen.
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Bei der Recherche nach zukünftigen Arbeitgebern werden Bewertungs-Plattformen für Arbeitnehmer immer wichtiger. Dies ergibt eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom. Demnach sei die Zahl derjenigen, die sich auf Plattformen wie kununu.com, meinchef.de oder jobvoting.de über Arbeitgeber informieren, im Vergleich zu 2015 auf 36 Prozent gestiegen. Vor drei Jahren nutzten nur 29 Prozent entsprechende Angebote im Internet.

Mit 45 Prozent habe bereits fast jeder zweite berufstätige Internetnutzer Arbeitgeber-Bewertungen gelesen. Besonders beliebt seien solche Plattformen bei der jüngsten befragten Zielgruppe im Alter von 14 bis 29 Jahren (52 Prozent). Bei den 30- bis 49-Jährigen haben bereits 46 Prozent solche Angebote genutzt, bei den 50- bis 64-Jährigen sind es 39 Prozent.

Dass Bewertungsportale für Arbeitgeber an Beliebtheit gewinnen, ist für Juliane Petrich von Bitkom keine Überraschung: "Ob zur groben Orientierung oder zur Überprüfung nach einem ersten Kontakt: Online-Rezensionen spielen in der Arbeitswelt genauso wie in andere Bereichen - etwa bei Produkten, Hotels oder Dienstleistungen - eine immer größere Rolle."

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Petrich rät daher den Arbeitgebern, die Bewertungen über ihr Unternehmen ernst zu nehmen und auch die damit verbundenen Chancen zu nutzen: "Für viele Berufstätige sind Online-Bewertungen die erste Visitenkarte eines Arbeitsgebers."

Die Studie zeigt, dass sich die Bewertungen eines Unternehmens maßgeblich auf die Entscheidungen wechselwilliger Arbeitnehmer auswirken. Rund 84 Prozent - und somit acht Prozent mehr als noch 2015 - wurden demnach beeinflusst: 46 Prozent entschieden sich letztendlich für ein Unternehmen, 54 Prozent allerdings dagegen.

"Arbeitnehmer sollten sich möglichst immer mehrere Bewertungen durchlesen", meint Petrich. "Je mehr es sind, umso höher ist die Chance, dass das Gesamtbild stimmt." Außerdem solle man Online-Bewertungen als Orientierungshilfe sehen und berücksichtigen, "dass diese immer subjektive Beschreibungen eines Dritten sind."

Neben den Lesern lässt sich laut Bitkom auch ein Anstieg der Verfasser feststellen. Während 2015 nur jeder Sechste eine Bewertung seines Arbeitgebers im Netz veröffentlichte, waren es 2017 rund 25 Prozent.