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Novell verpasst Umsatzerwartung

19.11.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Dank starker Nachfrage nach seinen Linux-Produkten gelang es Novell, für sein Ende Oktober abgeschlossenes viertes Fiskalquartal einen Nettogewinn auszuweisen. Die Vergleichszahlen des Vorjahreszeitraums wurden stark durch Einmaleffekte belastet. Das Softwarehaus mit Sitz in Waltham, Massachusetts, meldete gestern nach US-Börsenschluss einen Nettogewinn von 13,3 Millionen Dollar oder drei Cent pro Aktie nach einem Fehlbetrag von 109 Millionen Dollar oder 29 Cent im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Den Quartalsumsatz steigerte Novell im Jahresvergleich von 286,7 Millionen Dollar um 4,9 Prozent auf 300,6 Millionen Dollar. Zwölf Millionen Dollar davon steuerte Suse Linux bei. Die von Thomson First Call befragten Analysten hatten jedoch im Schnitt 304 Millionen Dollar Umsatz erwartet.

Novells Lizenzeinnahmen fielen um 8,2 Prozent auf 64,6 Millionen Dollar, im Wartungs- und Servicebereich konnte das Unternehmen dafür um 9,1 Prozent auf 236 Millionen Dollar zulegen. Mit Netware setzte Novell im Quartal acht Prozent weniger um als im Vorjahreszeitraum, im Gesamtjahr sanken die Netware-Erlöse sogar um 13 Prozent.

Im abgeschlossenen Geschäftsjahr setzte Novell 1,16 Milliarden Dollar um, das waren 5,46 Prozent mehr als im Vorjahr. Unterm Strich steht ein Nettogewinn von 57,18 Millionen Dolllar oder acht Cent pro Aktie im Vergleich zu einem Verlust von 161,9 Millionen Dollar oder 44 Cent je Anteilschein im Fiskaljahr 2003.

Firmenchef Jack Messman kündigte an, "das Geschäftsjahr 2005 werde ein weiteres Umbaujahr" werden, in dem die Firma weiter in ihre neuen Geschäftsfelder investiere, um den Rückgang im alten Netware-Kerngeschäft aufzufangen. Trotz Preisdruck im Linux-Umfeld sitze die eigentliche Konkurrenz in Redmond, so Messmann weiter. Microsoft hatte beispielsweise in dieser Woche ein Migrationsprogramm gestartet, um Netware-Anwender auf Windows Server 2003 zu locken. (tc)