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Neues aus dem Microsoft-Prozeß

Netscape-Chef im Zeugenstand

21.10.1998
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Neues aus dem Microsoft-Prozeß

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) – Am zweiten Tag des Antitrust-Prozesses schlug Microsoft-Anwalt John Warden zurück: Er wehrte sich vor allem gegen den gestrigen Versuch der Anklage, die Glaubwürdigkeit von Bill Gates in Frage zu stellen. Microsoft sei ein kompromißloser Wettbewerber in einem hart umkämpften Markt. Das Softwareunternehmen habe sich dabei jedoch immer an die Gesetze gehalten. Die Argumente der Regierung würden nur auf unglaubwürdigen Indizien aufbauen. Ferner erklärte der Rechtsanwalt, daß es eine Übertreibung sei, von einem Monopol des Softwareriesen bei Betriebssystemen zu sprechen - trotz des hohen Marktanteils von 90 Prozent. Mit der Integration des Internet Explorer in Windows sei daher auch kein Monopol ausgenutzt worden. Dies sei allein zum Wohle der Kunden geschehen. Am Nachmittag wurde Netscape-Chef Jim Barksdale von Warden in die Zange genommen. Systematisch arbeitete der Microsoft-Anwalt darauf hin, Widersprüche in Barksdales Argumentationen aufzuzeigen und zu beweisen, daß Netscape ein eigennütziges Interesse an einer Verurteilung der Gates-Company habe.