Nachgerechnet: Der Haken an O2s Business-Genion

23.11.2006
Das Bereitstellen von Tarifinformationen könnte wirklich sehr leicht sein, wenn die Netzbetreiber an einer schnellen und exakten Vergleichbarkeit ihrer Tarife ein echtes Interesse hätten. Doch die berüchtigten kleingedruckten Anschluss- und Nebenkosten können die Wirtschaftlichkeit eines Tarifs deutlich verringern. Wir wagen eine Beispielrechnung.

Anstatt sich auf einen transparenten Preiswettbewerb einzulassen, beschäftigen alle Netzbetreiber offenbar die kreativsten Geister unserer Zeit, um immer neue Tarifvarianten, Optionen oder Services so zu vermischen, dass selbst Tarifprofis und flexible Preisdatenbanken sich die Karten legen. Besonders stark fiel uns die kleingedruckte Verschleierung von Kosten in letzter Zeit im Businessbereich auf.

Zur Verdeutlichung möchten wir ein aktuelles Beispiel hierfür anführen: Zum 28. November wird der Betreiber O2 die Minutenpreise für Businesskunden in ihrer Homezone von 6 auf 2,5 Cent senken. Das setzt natürlich voraus, dass die Kunden eine "Genion-Option" gebucht haben, denn ohne ohne Genion gibt's auch keine Homezone. Der Preis ist so niedrig, dass man tatsächlich zunächst von einem revolutionär günstigen Angebot sprechen könnte. Im Kleingedruckten erfährt der aufmerksame Kunde aber Folgendes:

"Für die Aufschaltung der Genion-Option fällt ab dem 28.11.2006 einmalig ein Bereitstellungspreis in Höhe von 65,- ? an." Wir reflektieren: für einmalig 65 Euro bekommen wir unsere Genion-Option und sparen anschließend pro Minute 3,5 Cent für Gespräche ins deutsche Festnetz, die wir von der Homezone aus führen müssen.

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