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Microsoft wollte "Java und Unix killen"

08.07.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Eine interessante E-Mail sorgte für Aufsehen auf einem juristischen "Nebenkriegsschauplatz" von Microsoft, nämlich im Prozeß gegen die kleine Softwareschmiede Bristol Technologies. Dort präsentierte der inzwischen für BMC Software tätige ehemalige Microsoft-Mitarbeiter Bob Kruger eine aus dem Jahr 1997 datierende Botschaft seines damaligen Kollegen Rob Wright. Darin heißt es: "Wenn unser COM-Modell [Common Objects Model] gewinnt, dann gewinnt auch Windows. Es geht nämlich keineswegs darum, Unix [mittels COM] zu einem besseren Betriebssystem zu machen, auf dem man Anwendungen aufsetzen kann. Es geht in Wirklichkeit darum, erst Java und dann Unix zu killen." Kruger - übrigens Microsoft-Zeuge! - hatte damals geantwortet, das sei doch ein "schönes Stück E-Mail, gut auf den Punkt gebracht."