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Microsoft nennt Details zu "Hypervisor"

08.06.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Unter dem Codenamen "Hypervisor" arbeitet Microsoft an Windows-Erweiterungen, mit denen künftig mehrere Betriebssystemsitzungen virtuell auf einem Server laufen können. Ziel ist es, Anwendern auf diese Weise eine vermeintlich kostengünstige Konsolidierung von Windows-Servern zu unterstützen. Auf der Entwicklerkonferenz Tech Ed, die derzeit in Orlando stattfindet, erläuterte nun Bob Muglia, Senior Vice President der Windows Server Division, Details des Vorhabens. Danach soll die Software in zwei Jahren und erst nach der Freigabe des "Longhorn"-Servers auf den Markt kommen - möglicherweise als Service Pack. Sie wird voraussichtlich Virtualisierungstechnik nutzen, an der momentan Intel und AMD arbeiten.

Im Unterschied zum heute schon erhältlichen "Microsoft Virtual Server", ist die Hypervisor-Technik als integrierter Bestandteil von Windows konzipiert und setzt als abgespeckte Betriebssystem-Schicht unmittelbar auf der Hardware auf. Mit ihr sollen sich Ressourcen wie CPUs und Arbeitsspeicher virtuellen Betriebssystemsitzungen zuordnen sowie diese starten und stoppen lassen. Wie der aktuelle "Virtual Server 2005" so wird auch Hypervisor künftig Linux oder andere Plattformen, die Intels X86-Prozessorarchitektur nutzen können, bis zu einem gewissen Grad als Gastbetriebssysteme unterstützen. Microsofts Anstrengungen auf diesem Gebiet erfolgen zu einer Zeit, da Konkurrent Vmware seine Virtualisierungstechnik erweitert und sich immer mehr Hersteller dem Open-Source-Projekt "Xen" anschließen, das ebenfalls eine Virtual Machine entwickelt allerdings derzeit noch nicht Windows unterstützt. Zugleich ist Hypervisor aus strategischer Sicht ein weiterer Baustein in Microsofts Management-Konzept "Dynamic Systems Initiative", mit sich künftig auch herstellerfremde Produkte unter Windows verwalten lassen sollen. (as)