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Microsoft drängt Anwender zur Migration auf Win2k

22.05.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Viele Anwender sind derzeit ungehalten über Microsofts neues "Windows"-Zertifizierungsprogramm, das sie zur Migration auf "Windows 2000" zwingt. Nach den neuen Regeln müssen alle Microsoft Certified Systems Engineers (MCSEs) bis zum 31. Dezember 2001 Win2k-Prüfungen ablegen, wenn sie ihr Zertifikat nicht verlieren wollen. Zudem sollen alle "Windows NT 4.0"-Examina bis Ende 2000 abgeschafft werden. Mit anderen Worten: In sieben Monaten kann keiner mehr den Titel MCSE tragen, ohne ein Training für Windows 2000 absolviert zu haben. Ob diese Bestimmungen auch für Deutschland gelten, konnte eine Microsoft-Sprecherin gegenüber der COMPUTERWOCHE nicht sagen.

Viele Anwender halten dieses Vorgehen für übereilt. Um Windows 2000 einzuführen, das Personal zu schulen und alle Tests vorzunehmen, sei die Zeit zu knapp. Microsoft-Sprecherin Donna Senko erklärte, dass NT-4.0-Kurse weiterhin angeboten werden, so lange Nachfrage danach besteht. Der einzige Unterschied liege künftig allein darin, dass es keine Zertifikate mehr dafür geben werde. Microsoft versuche mit der Neuregelung lediglich, den Wert des Zertifikats "MCSE" zu erhöhen. Sie bestritt zudem, dass der Softwareriese durch die Zertifizierungsänderungen die Firmen zwingen wolle, auf Windows 2000 zu migrieren.