Nadelöhr WAN

Mangelware Bandbreite

05.02.2009
Das Datenvolumen im Corporate Network explodiert, die Menge an Rich Media Content steigt ständig - damit wird Bandbreite wieder zum knappen Gut. Einen Ausweg aus diesem Dilemma eröffnet die "WAN Optimization", auch als "Application Accleration" bezeichnet.

Bandbreite wird Commodity, mit Breitbandnetzen wird künftig niemand mehr Geld verdienen - so oder ähnlich klangen vor wenigen Jahren auf dem Höhepunkt des Dotcom-Hypes die Analysen zur Zukunft des Breitbandmarktes. Heute können sich Netzwerk-Manager angesichts dieser Prognosen nur noch verwundert die Augen reiben, denn die Realität sieht anders aus: Das WAN wird immer mehr zum Nadelöhr.

Die Ursachen für WAN-Engpässe sind oft hausgemacht.
Die Ursachen für WAN-Engpässe sind oft hausgemacht.
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Welche Konsequenzen das in der Praxis hat, verdeutlicht ein Beispiel: Im Auslieferungslager eines deutschen Sportartikelherstellers stürzten täglich zwischen 9 und 11 Uhr die SAP-Anwendungen ab, so dass keine neuen Lieferungen kommissioniert werden konnten. Die Ursachenforschung gestaltete sich mühsam und aufwändig, denn weder bei der SAP-Implementierung war ein Fehler zu finden noch in der WAN-Anbindung selbst. Als des Rätsels Lösung entpuppten sich schließlich die Virenscanner: Täglich luden zur gleichen Zeit zahlreiche Rechner die aktuellen Virensignaturen herunter. Dabei verbrauchten sie so viel Bandbreite, dass die Echtzeitanwendung SAP in die Knie ging.

Wie das Beispiel zeigt, führt der Versuch, eine singuläre Ursache zu suchen, schnell auf einen Irrweg. Zumal verschiedene Entwicklungen und Paradigmenwechsel die immer größeren Engpässe hervorgerufen haben. So gibt es zwar auf WAN-Seite schnelle dedizierte Glasfaserverbindungen, doch sie kommen etwa für die Vernetzung von Zweigstellen oft aus Kostengründen nicht in Frage. Erschwerend kommt hinzu, dass in einer globalen Wirtschaft nicht an jedem Standort Glasfasern bis zum Gebäude verfügbar sind und auf Techniken wie DSL oder Funk beziehungsweise Mobilfunk ausgewichen werden muss. Im Zusammenhang mit DSL wird dabei häufig der Fehler begangen, dass das Preiskonstrukt des Consumer-Segments auf die Enterprise-Ansprüche projiziert wird. Dieser Vergleich hinkt jedoch, da die Anschlüsse für Privathaushalte in der Regel den QoS-Anforderungen im Unternehmensumfeld nicht gerecht werden. Und der Mobilfunk ist selbst in Zeiten von UMTS und HSDPA ein Kapitel für sich, wie viele Unternehmen wissen, die mobile Mitarbeiter unterwegs mit Echtzeitanwendungen versorgen müssen.

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