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Linus Torvalds orakelt über Transmeta

24.09.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Keine Frage - die Transmeta Corp. gehört bereits zu den großen Mythen des Silicon Valley. Neben einer eindrucksvollen Homepage ("This page is not here yet") weiß man zumindest, daß die Start-up-Company mit viel Geld von Microsoft-Mitgründer Paul Allen finanziert wird und Linux-Erfinder Linus Torvalds auf der Gehaltsliste führt. Über die Produkte, an denen im kalifornischen San Mateo hinter verschlossenen Türen gewerkelt wird, gibt es aber bis heute nur Gerüchte. Diese reichen von Grafikbeschleunigern über Linux-Software zur Beschleunigung von System-Chips. Am wahrscheinlichsten ist aber, daß bei Transmeta ein programmierbarer VLIW-Prozessor (Very long instruction word) entsteht, auf dem x86- und Windows-Programme dreimal schneller laufen könnten als auf aktuellen Intel-Chips.

Torvalds, Transmetas wohl prominentester Angestellter, erklärte nun am Rande einer Veranstaltung in Helsinki, sein Arbeitgeber werde möglicherweise auf der Comdex Fall erstmals sein Geheimnis lüften. Vielleicht werde man aber auch nur bekanntgeben, wann man etwas anzukündigen habe. Man darf gespannt sein. VLIW-Chips haben jedenfalls auch noch andere Hersteller in der Mache. Die ähnlich geheimnisumwobene Moskauer Firma Elbrus will ihren potentiellen Merced-Killer "E2K" mit staatlicher Finanzhilfe auf den Markt bringen. Pikant: Transmeta-CEO (Chief Executive Officer) Dave Ditzel hat mehrere Jahre mit Elbrus zusammengearbeitet, als er noch bei Sun Microsystems angestellt war. Die McNealy-Company arbeitet bekanntlich ebenfalls an einem Java-kompatiblen VLIW-Chip namens "MAJC" (sprich "Magic", Microprocessor Architecture for Java Computing), bei dem allerdings die x86-Kompatibilität keine Rolle spielt.