IBM, Huawei, ZTE und Maipu

Kräftemessen im Networking-Business

28.02.2012
Von 
Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 

Huawei - gefährlich für die USA?

Mit solchen Problemen hat Netzausrüster Huawei nicht zu kämpfen. Das Unternehmen ist bereits so bekannt und erfolgreich, dass US-Abgeordnete den Konzern als Gefahr für die nationale Sicherheit der USA betrachten, weil sie chinesische Wirtschaftsspionage durch versteckte Hintertürchen im Netzequipment befürchten.

Ängste, die man in Deutschland nicht teilt, und so mancher IT-Entscheider raunt hinter vorgehaltener Hand: "Wer im Glashaus sitzt...". Bei Huawei Enterprise selbst fürchtet man solche Bedenken seitens deutscher Kunden auch nicht. Stefan Müller, Director Enterprise Business Huawei Deutschland, hat entsprechend ambitionierte Ziele: "Innerhalb von vier Jahren wollen wir global unter die größten vier, in Deutschland sogar unter die größten drei Anbieter kommen."

Im Gegensatz zu den anderen Newcomern aus China positioniert sich Huawei Enterprise als Vollsortimenter, der ein umfassendes Lösungsangebot in Bereichen wie Cloud Computing oder Unified Communications offeriert, aber auch spezielle Lösungen, beispielsweise für Smart Grids, entwickelt.

Die geballte Ingenieurskraft im Hintergrund und der Wille zur erfolgreichen Expansion sind nur zwei Stärken, mit denen die neuen Anbieter punkten wollen. Ebenso setzen sie auf einen aggressiven Preiswettbewerb. In der Branche kursieren Gerüchte, dass die Preise teilweise bis zu 30 Prozent unter denen von vergleichbarem Cisco-Equipment liegen sollen. Allerdings steht Cisco auch in dem Ruf, ausgesprochen teuer anzubieten.

Entspannte Mitbewerber

Insgesamt gibt sich die Branche angesichts der neuen Wettbewerber erstaunlich gelassen. So begrüßt Thomas von Baross, Geschäftsführer D-Link GmbH und Vice President Central Europe, die neuen Konkurrenten: "Neue Wettbewerber empfinden wir nicht als Bedrohung - sie beleben den Markt." Auch Markus Nispel, Chief Technology Strategist bei der Siemens-Enterprise-Tochter Enterasys, sieht momentan keine Gefahr: "Chinesische Anbieter haben schon mehrmals Anläufe unternommen, um im Segment für Großunternehmen Fuß zu fassen. Das ist bis dato nicht gelungen."

Und für Frank Pieper, Vice President DACH bei Juniper, ist "der Markt groß genug, dass mehrere Hersteller neben dem einen dominanten Player wirtschaftlich agieren können". Während sich die etablierten Hersteller in der Einschätzung der Marktsituation durchaus einig sind, zeigen sich Unterschiede bei der Strategie, mit der sie sich am Markt behaupten wollen.