Statt Siri

Kopfhörer steuert Smartphone mit Gesichtsmimik

22.04.2017
Von Simon Lohmann
Mit Hilfe eines Lächelns, Zwinkerns oder einer einfachen Kopfbewegung soll in Zukunft das Smartphone gesteuert werden können.
Der erste Prototyp für die neue Bedienungsmethode
Der erste Prototyp für die neue Bedienungsmethode
Foto: YouTube / Denys J.C. Matthies

Mit Siri in der Öffentlichkeit sprechen und Befehle geben? Das überschreitet für viele Menschen eine Grenze, denn schließlich soll nicht jeder mitbekommen, was man zu seinem Smartphone sagt. Sobald man in der Bahn "Hey, Siri" ins iPhone spricht, richten sich alle Blicke auf einen und hören mit - Privatsphäre adé.

Forscher am Fraunhofer Institut in Rostock arbeiten derzeit aber an einer viel weniger auffälligen Methode, um mit dem Smartphone interagieren zu können. Ein Prototyp eines kleinen Ohrhörers kann momentan mit einer Genauigkeit von etwa 90 Prozent bis zu vier verschiedene Gesichtszüge erkennen, wie beispielsweise ein Lächeln, Augenzwinkern, aber auch das Drehen des Kopfes. Möglich wird dies über das Messen von "Elektroden Veränderungen bei der Form des Ohrkanals", erklärt derstandard.

Auch wenn es sich dabei vorerst noch um ein reines Forschungsprojekt handelt, könnte eine erfolgreiche Entwicklung besonders für Menschen mit Behinderungen nützlich sein, um das Smartphone besser bedienen zu können. Im Mai soll das Projekt auf einer Messe in Denver vorgestellt werden.

Falls Sie also in der Zukunft auf dem Weg zur Arbeit Ihre Mitmenschen in Bus und Bahn grenzdebil ins Leere lächeln oder mit den Augenbrauen zucken sehen, wurde vielleicht gerade ein Song übersprungen, die Lautstärke verändert oder möglicherweise ein eingehender Anruf angenommen - und das Ganze mithilfe eines Kopfhörers.

(Macwelt)