Erfolgsfaktor gute Zusammenarbeit

IT-Freiberufler brauchen soziale Kompetenz

11.12.2013
Von 
Renate Oettinger ist Diplom-Kauffrau Dr. rer. pol. und arbeitet als freiberufliche Autorin, Lektorin und Textchefin in München. Ihre Fachbereiche sind Wirtschaft, Recht und IT. Zu ihren Kunden zählen neben den IDG-Redaktionen CIO, Computerwoche, TecChannel und ChannelPartner auch Siemens, Daimler und HypoVereinsbank sowie die Verlage Campus, Springer und Wolters Kluwer.

Probleme in der Zusammenarbeit sind oft persönlicher Natur

Grüne: Freiberufler sind in aller Regel Experten auf Ihrem Gebiet und verfügen über großes fachliches Know-how. Wenn also Probleme bei der Zusammenarbeit entstehen, sind diese daher meist persönlicher Natur. Sei es, dass der Freiberufler sein Expertenwissen nicht richtig "rüber bringt" oder Probleme bei der Zusammenarbeit mit einzelnen Personen im Team hat. Nicht ohne Grund findet seit den 90er-Jahren das T-shaped Karriere Model immer mehr Anklang bei den Unternehmen.

Nach diesem Modell entwickelt der Experte sein Wissen nicht nur in die Tiefe, sondern auch in die Breite. Neben seinem Expertenwissen benötigt ein Mitarbeiter für den Erfolg in heutigen Projekten z. B. Kenntnisse über Geschäftsprozesse, Branchenspezifika und Projektmanagement und verfügt auch über ausgeprägte Soft Skills wie Kommunikationskompetenz und Teamfähigkeit.

Früher galten Informatiker eher als introvertiert und wenig teamfähig. Inzwischen wird bei IT-Freiberuflern viel Wert auf Social Skills gelegt. Wie erleben Sie die Teamarbeit in Projekten? Haben die Kollegen dazugelernt?

Grüne: Wir sind alle Individuen und jeder ist anders. Natürlich gibt es immer positive und negative Beispiele in allen Teams, sowohl bei internen als auch externen Teammitgliedern. Auch können nicht nur die Projektmitarbeiter, sondern auch die Projektmanager Defizite bei ihren Soft Skills haben. Oft wird die Analogie des Ruder-Achters bemüht, "Es gibt nur einen Steuermann". Eine Ruder-Regatta findet aber im Vergleich zu einem komplexen Projekt auf einer Geraden steht, wogegen man bei einem Projekt auch oft die eine oder andere Klippe umschiffen muss.

Der bekannte Unternehmensberater und Experte für Organisationspsychologie Professor Peter Kruse schildert dies plastisch und sehr unterhaltsam in seinem kurzen Vortrag "8 Regeln für den Stillstand im Unternehmen", den ich jedem nur ans Herz legen kann. "Wenn ein Vorgesetzter versucht, immer alles im Griff zu haben, ist die Firma nur so intelligent wie die Führung, also notgedrungen auch begrenzt." Wir müssen uns alle vor Augen halten, das ein autoritärer Führungsstil Motivation und Kreativität der Mitarbeiter brachliegen lässt. Hier gilt es den richtigen Mittelweg zu finden in einem kooperativen Führungsstil oder einem "enzymischen" Management.

Zumbruch: Im Bereich des Projektmanagements ist es besonders wichtig, eher unerlässlich, kommunikative Fähigkeiten zu besitzen. Ohne kommunikative Fähigkeiten und Social Skills ist es heute nicht mehr möglich, Projekte professionell und erfolgreich durchzuführen. (oe)

Kontakt:

Norbert Zumbruch ist Senior Consultant, Project Manager und Interim - Manager und Michael Grüne ist Senior Consultant und Projektmanager. Berufsverband Selbständige in der Informatik (BVSI) e. V., Tel.: 040 180 4742, E-Mail: office@bvsi.de, Internet: www.bvsi.de