Branchenupdate Automotive

IT-Budgets in Gefahr

29.01.2009
Von RAAD Research
Der Automobilindustrie ist eine der Branchen, die aktuell am stärksten unter der aktuellen Konjunkturkrise zu leiden hat. So glauben neun von zehn IT-Leitern daran, dass sich die aktuelle Konjunkturkrise negativ auf die IT-Investitionen in ihrem Unternehmen auswirken wird.

Im Gesamtmarkt gehen mit rund 40 Prozent vergleichsweise wenige Unternehmen von einem Rückgang ihrer IT-Investitionen aus. Insbesondere die mittelständischen Unternehmen blicken eher pessimistisch in die Zukunft.

RAAD Research hat im Oktober 2008, als das Ausmaß der konjunkturellen Entwicklung für viele Unternehmen das erste Mal offensichtlich wurde, 102 IT-Leiter im mittelständischen Automotive-Sektor zu ihren Systemlandschaften und ihren Investitionsvorhaben befragt. Unter den Teilnehmern der Befragung waren keine SAP-Kunden.

Prioritäten im Investitionsverhalten
Prioritäten im Investitionsverhalten
Foto: RAAD Research

Die mittelständischen Automotive-Unternehmen sehen verschiedene Prioritäten in Bezug auf ihre Unternehmenssoftware. Vor allem die funktionale Erweiterung hat in den kommenden Monaten in den meisten Unternehmen hohe Priorität. Außerdem haben viele die Absicht, ihre Systeme zu konsolidieren.

Eine ausgesprochen hohe Investitionsneigung wird allerdings momentan in den erhobenen Standardkategorien nicht deutlich sichtbar. Neben einzelnen Neuinvestitionen in die Bereiche Ersatzteilmanagement (sechs Prozent) sowie Produktdatenmanagement (vier Prozent) steht das Thema ATLAS momentan sehr weit oben auf der IT-Agenda. Sonst sind eher Erneuerungsinvestitionen im ERP-Bereich zu beobachten. Dabei werden häufig die vollständigen Systeme ausgetauscht und alle Prozesse durch eine neue Lösung unterstützt. Die meisten zum Zeitpunkt der Erhebung beobachteten Planungen waren auch bereits fest budgetiert. Neu aufkommende Diskussionen um Projekte waren hier kaum sichtbar, möglicherweise bereits eine Folge der sich anbahnenden Krise der Weltwirtschaft, die insbesondere die exportorientierten Industrien sehr verunsichert und aktuell bereits deutliche Auswirkungen auf den Autoabsatz hat.

Die Unternehmen im Bereich Automotive wollen zu 72 Prozent eine homogene Einkaufstrategie für Unternehmenssoftware verfolgen. Diese Strategie wurde offenbar auch bereits in den vergangenen Jahren verfolgt, immerhin sind fast zwei Drittel der Systeme in den Standardbereichen Finanzwirtschaft, Produktion/Logistik, Einkauf/Lieferantenmanagement, Ersatzteilmanagement sowie Produktdatenmanagement/Variantenkonfiguration weitgehend integrierte Lösungen von einen Hersteller.

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