Tipps und Tricks

iPhone zu langsam? Apple gibt Ratschläge

04.02.2020
Von 
Halyna Kubiv ist Content Manager bei Macwelt
Das iPhone ist schnell, schneller als die meisten Handys. Doch was tun, wenn sich das eigene Smartphone wie eine Schnecke anfühlt?

Wenn sich das eigene iPhone sehr langsam anfühlt oder gar nicht mehr auf Eingaben reagiert, gibt es in iOS ein paar Stellen, an denen es sich lohnt zu schauen und zu überprüfen, ob alles in Ordnung ist. Apple hat in seinem Support-Bereich eine Erklärung zu möglichen Ursachen des Schneckentempos zusammengestellt.

Was tun, wenn das eigene iPhone nur noch im Schneckentempo reagiert? Apple gibt Tipps.
Was tun, wenn das eigene iPhone nur noch im Schneckentempo reagiert? Apple gibt Tipps.
Foto: Still Life Photography - shutterstock.com

1. Netzwerk-Verbindung prüfen

Da die meisten Aufgaben auf dem iPhone entweder iCloud oder andere Online-Dienste von Apple benötigen, steht und fällt alles mit einer guten Internet-Verbindung. Die typischen Situationen, in denen einem das eigene iPhone langsam vorkommen kann, sind große Veranstaltungen, wobei sich eine große Menge von Menschen bzw. deren Gadgets in das gleiche Netzwerk einwählen. Ober eben im Auto beim Fahren, wenn das iPhone sich immer wieder mit einem neuen Funkmast verbinden muss.

Wenn keine der beiden Situationen zutrifft, rät Apple, das Netzwerk zu wechseln: Vom Wlan ins mobile Netzwerk oder umgekehrt. Etwas genauer kann man den Zustand eines Netzwerkes diagnostizieren, wenn man in relativ versteckte Log-Dateien auf dem iPhone schaut. Dazu wechselt man in der Einstellungen-App in den Bereich "Datenschutz". Hier muss man sich womöglich mit der Touch ID, Face ID oder dem Passcode verifizieren. In dem nachfolgendem Fenster scrollt man bis zum Ende zum Eintrag "Analyse und Verbesserungen", anschließend wählt man "Analysedaten", hier öffnet sich eine ganze Liste mit den kryptischen Einträgen, das sind diverse Log-Daten, die das iPhone auswertet und gegebenenfalls an Apple schickt.

Wir scrollen hier fast zum Ende und suchen den jüngsten Beitrag mit dem Namen "WiFiConnectionQuality-2020-XX-XX", wobei X für Monat und Tag steht. Die gesuchte Datei zeigt Auswertung aller verfügbaren Netze, in die sich das iPhone zuletzt eingewählt hat. Die Einträge mit "RSSI" zeigen die Stärke der Verbindung im jeweiligen Netz, je höher die Werte (optimal sind -70 bis -80 dBm), desto besser die Verbindung. Sinken die Werte in den dreistelligen Minusbereich, ist die Verbindung extrem gestört oder wird zuweilen abgebrochen. In diesem Fall ist nicht das iPhone langsam, sondern die Datenübertragung.

2. Wenn eine App nicht mehr reagiert

Es hält sich hartnäckig der Aberglaube, dass man die Apps auf dem iPhone nach Möglichkeit manuell schließen muss, sonst verlangsamen sie das iPhone. Dem ist nicht so, tatsächlich sind die Apps beim zweiten Aufrufen dann deutlich schneller, weil die Daten im Arbeitsspeicher noch vorhanden sind. Dass dies weder zur Leistung noch zur Akkudauer etwas beiträgt, hat vor Jahren bereits Craig Federighi verneint.

Doch in einem Fall rät Apple zum Schließen der App aus dem App-Karussells, nämlich wenn die App eingefroren ist oder ständig abstürzt. Das App-Karussell, also die Übersicht aller geöffneten Apps, blendet sich auf dem iPhone X und neuer, wenn man vom unteren Bildschirm nach oben streicht und ungefähr in der Mitte des Bildschirmes mit der Bewegung aufhört. Auf den iPhones mit einem Home Button reicht ein Doppelklick. Um die App zu schließen, reicht es, zu ihr im Karussell zu navigieren und das Fenster der Problem-App nach oben zu schieben.

3. Mindestens ein Gigabyte Speicherplatz frei halten

Es ist allgemein bekannt, dass ein System auf der Festplatte am besten funktioniert, wenn sie noch ein bisschen freien Platz anbietet. Nun gibt Apple aber konkrete Ratschläge – mindestens ein Gigabyte Speicher muss frei sein, damit iOS seine komplette Leistung entfalten kann. Ansonsten greift das System beim permanent knappen Speicher zu einigen Tricks: Die Inhalte, die man danach herunterladen kann, löscht das System, um den Speicher für die aktuellen Aufgaben zur Verfügung zu stellen: Beim iOS-Update, Herunterladen von Musik oder einer Videoaufnahme. Danach werden die gelöschten Inhalte freilich wieder geladen, der Ladevorgang im Hintergrund wirkt sich aber auf die Schnelligkeit des Geräts.

4. Akku-Zustand überprüfen

Es muss sich mittlerweile herumgesprochen sein, dass Apple die Leistung der iOS-Geräte drosselt, wenn der Energiezufuhr nicht ausreicht. Apple weist darauf hin, dass sowohl der Stromsparmodus (ebenfalls bei neueren Geräten) als auch ein betagter Akku die Leistung des iPhones reduzieren können. Beim Stromsparmodus werden einige Funktionen ausgeschaltet, sodass manche Aufgaben auch länger dauern können. Das sind unter anderem Abrufen von E-Mails, "Hey, Siri", Hintergrundaktualisierung der Apps, automatische Downloads, mehrere visuelle Effekte, Synchronisation der iCloud-Fotos.

Auch ein gealterter Akku kann zum Leistungsschwund beeinträchtigen. Ob dieser noch in Ordnung ist, kann man unter "Einstellungen – Batterie – Batteriezustand" überprüfen. Erfahrungsgemäß verlangsamt sich selbst ein neues iPhone, wenn die Akkuladung unter 5 Prozent fällt. Dabei geht das iPhone wohl in den Extrem-Spar-Modus, so dass sogar Scrollen der Webseiten nicht mehr flüssig funktioniert.

5. Auf die Betriebstemperatur achten

Apple gibt als Grenzen für Betriebstemperaturen für ein iPhone 0 °C bis 35 °C an. Außerhalb dieser Werte wird das iOS die Leistung des iPhones oder des iPads anpassen, was also heißt: Verlangsamen.

6. Logs für Fortgeschrittene

Zwar wird das iOS als Blackbox gesehen, doch ein bisschen mehr Hintergrundinformationen kann man dem System entlocken. Die Absturzberichte kann man ähnlich wie auf dem Mac aufrufen und gegebenenfalls die Ursache herausfinden. Diese finden sich in der Einstellungen-App unter "Datenschutz" im Analysebereich. Sie sollen Ausschau nach einem Eintrag oder eben mehreren Ausschau halten, die mit "Panic" anfangen. Kernel Panic steht für einen gravierenden Fehler, der zum Systemabsturz führt. Ähnlich wie macOS registriert iOS solche Abstürze und schickt Berichte an die iOS-Entwickler von Apple, sofern Sie dem zugestimmt haben.

Noch mehr Informationen, auch zu den nicht kritischen Fehlern, liefert die App Konsole, wenn man das iPhone mit dem Mac verbinden. (Macwelt)