Prozessorientierung

InterSystems Ensemble: Workflow im Eigenbau

23.05.2008
Mit "Ensemble" bietet InterSystems eine Workflow-Engine an, die Anwender zur Implementierung von Abläufen in ihre bestehende Anwendungslandschaft integrieren können.

Workflow-Management ist angesagt, und das bedeutet vor allem, Anwendungen unterschiedlichster Art und Herkunft so miteinander zu verknüpfen, dass sie nicht nur miteinander Daten austauschen, sondern auch in übergreifenden Abläufen aktiv zusammenarbeiten können. Große Unternehmen setzen dafür auf komplexe Integrationsplattformen, die meist unter Beteiligung eines IT-Beratungsunternehmens in aufwändigen Projekten implementiert werden. Im Mittelstand wie auch im öffentlichen Bereich lautet die Aufgabe hingegen oft, an eine bestehende Kernanwendung, die "den Laden schmeißt", weitere Anwendungen anzuschließen, die im Betrieb ebenfalls benötigt werden. Ist für die Zusammenarbeit dieser Anwendungen bisher der Benutzer verantwortlich und sind oftmals große Datenmengen manuell mehrfach einzugeben, lassen sich durch eine technische Integration auf Workflow-Basis Kosten und Fehlerraten deutlich senken.

Embedded Integration

Auf klassischem Weg müssen dazu entweder alle Anwendungen im Quellcode um entsprechende Schnittstellen erweitert oder eine umfassende Integrationsumgebung als zusätzliche, anwendungsunabhängige Schicht realisiert werden. Mit Ensemble will InterSystems eine Alternative bieten, die ohne diesen erheblichen Zusatzaufwand trotzdem das Zusammenspiel der heterogenen Komponenten ermöglichen soll. Das Konzept dahinter lautet "Embedded Integration": Die Workflow-Engine wird direkt in die Kernanwendung integriert und steuert von dort aus die übergreifenden Prozesse.

Den Workflow gestalten

Die Integration erfolgt über Adapter, von denen Ensemble eine stattliche Anzahl im Gepäck führt. Diese erlauben darüber hinaus die Anbindung der anderen Anwendungen an die Kernanwendung. Für den Fall, dass eine besonders exotische Software zu integrieren ist, steht ein Development Kit zur Verfügung, mit dem Adapter selbst entwickelt werden können.

Die Hauptaufgabe besteht darin, Workflows zu definieren und als "Ensemble Business Processes" abzubilden. Der Prozessverantwortliche legt in einem Ablaufplan fest, welche Anwendungen und welche menschlichen Interaktionen in den Geschäftsprozess einzubeziehen sind. Das Design erfolgt mit einem visuellen Editor, der lauffähigen XML-Code zur Steuerung der Ensemble Workflow Engine erzeugt.

Für jede Aktivität im Workflow, die menschliches Eingreifen erfordert, formuliert der Entwickler im Ablaufplan eine Task sowie zur Bearbeitung dieser Task eine Rolle (Role), der ein oder mehrere Benutzer zuzuordnen sind. Tasks und Rollen stehen als Musterklassen zur Verfügung und werden an die konkreten Bedingungen des Workflows angepasst. Dem Entwickler obliegt die Definition einer geeigneten Rolle für jede Task und der Fachabteilung die Festlegung, welche Mitarbeiter dieser Rolle zuzuordnen sind. Gegebenenfalls sind die User in Ensemble zuvor anzulegen.

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