Mobile Telekommunikation

Immer mehr Teil der IT-Strategie

21.07.2010
Von Ima Buxton

Und wie sollten Unternehmen auf die höheren Sicherheitsanforderungen in der mobilen Telekommunikation reagieren?

Mohr: Hackerangriffe bekommen aufgrund der zahlreichen Zugangskanäle der Mitarbeiter zu Unternehmensdaten eine ganz andere Qualität. Natürlich müssen dafür die entsprechenden Sicherheitslösungen für Netzwerke, Geräte und Applikationen implementiert werden. Ganz wichtig ist es aber auch, Mitarbeiter aufzuklären und zu mehr Verantwortung für ihre mobilen Geräte vom Handy bis zum USB-Stick anzuhalten und diese virtuellen Geräte ihrerseits sicher zu machen.

Keine festen Arbeitszeiten mehr

Gibt es auch gesellschaftliche Veränderungen, die das "mobile Arbeiten" antreiben?

Mohr: Generell ist auf Seiten der Mitarbeiter der Wunsch nach mehr Flexibilität und Mobilität am Arbeitsplatz vorhanden, unter anderem um Familie und Beruf besser in Einklang zu bringen und um ganz allgemein selbstbestimmter arbeiten zu können.

Für die Unternehmen erfordert dies, entsprechende Konzepte zu entwickeln, um Mitarbeiter und Unternehmen in gutem Kontakt miteinander zu halten. Das führt beispielsweise dazu, dass Mitarbeiter keine festen Arbeitszeiten mehr haben, sondern vielmehr ergebnisorientiert gemanagt werden: Entscheidend ist, dass der Kunde zufrieden ist, und die Qualität des Arbeitsergebnisses stimmt.

Das heißt aber auch, dass nicht jeder Job mobiles Arbeiten zulässt, auch wenn viele Firmen hier schon sehr innovativ sind: Selbst klassische "feste" Jobs wie der Empfang im Eingangsbereich werden in einigen Betrieben inzwischen mobil, indem der Besucher über einen Monitor identifiziert wird, der das Geschehen vor Ort an einen ganz anderen Ort übertragen kann.

Wohin wird sich das mobile Arbeiten in den nächsten 5 Jahren entwickeln?

Mohr: Das mobile Arbeiten wird an Bedeutung zunehmen, wenn sich auch in den nächsten fünf Jahren die Business-Welt sicher nicht dramatisch verändern wird. Aber mittelfristig werden das mobile Arbeiten und der Einsatz von mobilen Business-Lösungen Common Sense sein. Das heißt wir werden immer virtueller, immer mobiler und immer flexibler arbeiten. Unternehmensgebäude werden sicher auch weiterhin gebraucht, aber sie werden flexibler aufgebaut sein müssen. Möglicherweise sind die Firmen selbst gar nicht mehr Eigentümer, sondern nur noch Mieter, die von heute auf morgen nach Bedarf Räume buchen.