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HP will Bildungssektor erobern

04.09.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mit der Übernahme von Compaq hat Hewlett-Packard (HP) ein Marktsegment ins Visier genommen, in dem das Unternehmen bislang eine relativ unbedeutende Rolle spielte: das Geschäft mit Hard- und Software für Schulen und Universitäten. Die fusionierte Company profitiert davon, dass Compaq in diesem Bereich nach Apple und Dell der drittgrößte Anbieter ist.

Eigenen Angaben zufolge hat HP mit Produkten für den Bildungssektor in den vergangenen Wochen Abschlüsse im Gesamtwert von rund 100 Millionen Dollar erzielt. In zwei Dritteln der Fälle setzte sich das Unternehmen dabei laut Senior Vice President Jim Milton gegen Wettbewerber wie Dell und IBM durch. Auf diese Weise habe die "neue HP" den Umsatz im abgelaufenen Quartal gegenüber den Einnahmen von HP und Compaq im gleichen Zeitraum des Vorjahres um zweistellige Zuwachsraten steigern können. Über die konkrete Höhe der Einnahmen wollte sich Milton allerdings nicht äußern. Vor dem Merger betrug der jährliche Umsatz im Geschäft mit Schulen und Universitäten von beiden Unternehmen zusammen rund 1,6 Milliarden Dollar.

Vor allem Notebooks und Dienstleistungen stehen im Ausbildungssektor hoch im Kurs. Den Marktforschern von Quality Education Data (QED) zufolge birgt der Servicebereich das größte Wachstumspotenzial, da immer mehr Schulen Aufgaben wie die Wartung ihrer Rechner Outsourcing-Partnern übertragen, um Kosten zu sparen. Zum Beispiel verkaufte HP Equipment im Wert von mehr als drei Millionen Dollar an einen Schuldistrikt im texanischen Katy. Hinzu kommen jährlich 1,5 Millionen Dollar für Serviceleistungen in den Bereichen Entwicklung, Verwaltung und Support.

Hinsichtlich der Installation von PCs und Notebooks ist Apple im Bildungssektor die Nummer eins. Allerdings nicht mehr lange: Laut QED entfielen im vergangenen Schuljahr fast drei Viertel der Neuanschaffungen auf Windows-Rechner. (sp)