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HP stellt Geschäftsprozesse auf einer Management-Konsole dar

10.02.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Hewlett-Packard (HP) sucht mit seiner System-Management-Suite "Openview" neue Wege. Losgelöst von der technischen Infrastruktur, soll das nun vorgestellte Paket "Openview Vantagepoint" dem Administrator die Sicht auf die Funktionsfähigkeit von Geschäftsabläufen einräumen. Kernelement dieser Lösung sind sogenannte "Smart-Plugins". Sie setzen auf den HP-Agenten auf, die auf Betriebssystem-Ebene installiert sind, kontrollieren darüber hinaus jedoch die Funktionsweise der Anwendungen. Für Applikationen von SAP, Orcale, Peoplesoft, Baan, Informix, Remedy und Microsoft gibt es diese Softwarespione bereits. Für Windows NT beziehungsweise 2000, Microsoft SQL und Broadvision entstehen neue Ausführungen. Sie beobachten Werte wie CPU-Last, Komponentenfunktion und Leistungsdaten. Der Unterschied zur klassischen Openview-Implementierung besteht darin, das Vantagepoint diese

technikorientierten Werte in geschäftsbezogene Parameter übersetzt.

Damit das funktioniert, müssen jedoch Regeln definiert werden. In einem mitgelieferten Policy Editor lassen sich die Verknüpfungen erstellen, die von der Zentrale aus den betroffenen Smart-Plugins und Agenten übermittelt werden. Das können auch dynamische Parameter sein. Wenn sich beispielsweise die Leistungsfähigkeit eines Systems dem definierten Schwellwert nähert, werden die Überwachungszyklen verkürzt und zusätzliche Parameter kontrolliert.

Wie wichtig HP die neue Vantagepoint-Familie ist, zeigt die Umbenennung der Management-Klassiker "IT/Operations" in "Vantagepoint Operations" sowie "Perfview" in "Vantagepoint Performance". Kennzeichen der neuen Ausführungen ist, dass sie auf dem Komponentenbeschreibungsmodel Common Information Model (CIM) der Desktop Management Task Force (DMTF) basieren. Der Standard ist aus der ursprünglich von Microsoft getriebenen WBEM-Initiative hervorgegangen. Aktuell setzt HP diesen Standard nur innerhalb der Windows-Konsole um. Entsprechende Erweiterungen für die Management-Tools unter Unix sollen folgen.

Ab Mitte April wird HP beweisen können, ob die geschäftsbezogene Sicht auf die IT auch in der Praxis umsetzbar ist. Dann soll Vantagepoint für Windows für rund 45 000 Mark in Deutschland erhältlich sein. Das Produkt wird die Komponenten Vantagepoint Performance und Vantagepoint Operation beinhalten. Erweiterungen für die Transaktionsüberwachung, die Messung von Antwortzeiten in Web-Umgebungen, Reporting-Funktionen und sonstige Disziplinen sind optional erhältlich.