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HP erneuert Integrity-Server-Linie

18.01.2005
Die Integrity-Server von Hewlett-Packard sind nun mit "Madison"-Itanium-2s erhältlich. Für Windows-Kunden gibt es erstmals ein Pay-per-use-Preismodell.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Hewlett-Packard (HP) hat seine Itanium-2-Server-Linie aufgefrischt und liefert die "Integrity"-Maschinen nun mit der "Madison"-Variante des 64-Bit-Prozessors von Intel aus. Die Systeme laufen im Schnitt 25 Prozent schneller als ihre Vorgänger - was allerdings nicht allein auf die verbesserte Hardware zurückzuführen ist, wie der Hersteller betonte. Dank der "mx2"-Module lässt sich überdies die Prozessoranzahl verdoppeln.

"Ein Gutteil der Leistungssteigerung stammt aus den Compilern und nicht nur aus den Chips. Es geht nicht nur um mehr Transistoren oder die Taktfrequenz, sondern um die Ausgereiftheit der Compiler und die Leistung, die diese abliefern können", erklärte Don Jenkins, Marketing-Chef des HP-Geschäftsbereichs Business Critical Server.

Als Betriebssystemplattformen unterstützen die neuen Madison-Geräte nicht nur Windows und HP-UX, sondern jetzt auch OpenVMS 8.2 (Computerwoche.de berichtete) und Novells "Suse Linux Enterprise Server" (SLES) 9 auf Basis des Kernel 2.6. Das Hochverfügbarkeitssystem "Nonstop" von vormals Tandem soll Mitte des Jahres dazukommen.

Die Partitionierungsmöglichkeiten hat HP erweitert, unter anderem um abgesicherte Bereich ("Secure Resource Partitions), und liefert die Server mit dem Verwaltungswerkzeug "Global Workload Manager 3.0" für HP-UX und Linux, der über virtuelle wie physische Systeme hinweg arbeitet, und dem "Process Resource Manager 3.0" zur automatischen Ressourcenzuteilung unter HP-UX aus.

Für die mit Windows ausgelieferten Integrity-Server bietet HP erstmals auch ein nutzungsabhängiges Preismodell ("Pay-per-use") an. Grund dafür war die steigende Nachfrage von Kunden, die ihre Systeme immer häufiger zur SQL-Server-Konsolidierung und für Data Warehousing nutzen. "Das ist unser erster Schritt dahin, Utility Computing für Windows anzubieten", so Jenkins. "Die Leute sagen uns immer öfter, dass sie nur das bezahlen wollen, was sie auch wirklich nutzen."

Die neuen Server weisen bis zu 9 MB L2-Cache pro Prozessor auf und bewegen sich preislich zwischen 4119 Dollar für das Einstiegsmodell "rx1620" bis zu ab 185.252 Dollar für den "Superdome". Prozessor-Upgrades für bereits vorhandene Integrity-Server sind nach Angaben einer Konzernsprecherin ebenfalls erhältlich. Weitere Details zu den neuen Servern will das Unternehmen heute im Rahmen eines Webcasts erläutern.

Im vergangenen Jahr hat HP mit seiner Integrity-Hardware, dazugehörigen Produkten und Dienstleistungen nach eigenen Angaben über eine Milliarde Dollar umgesetzt. Eingerechnet sind hierbei "Storageworks"-Speicher, Hardware-Services und alle mitgelieferte Software. "Das entspricht einem Wachstum von 500 Prozent gegenüber 2003. Enthalten sind 180-SAP-Kundengewinne in 180 Tagen Mitte des Jahres", erklärte Jenkins. "Außerdem sind wir inzwischen bei 3000 Applikationen, was wir uns für 2004 vorgenommen hatte. Unser Ziel für 2005 ist, hier die 4500 zu erreichen."

HPs Erfolgsaussichten für die Integrity-Linie im Wettbewerb gegen konkurrierende 64-Bit-Server hängen aus Sicht von Analysten davon ab, ob es dem Unternehmen gelingt, möglichst schnell einen größeren Teil seiner installierten PA-RISC-Basis auf die neue Plattform zu locken. "Sie müssen noch jede Menge PA-RISC-Nutzer herüberholen. Ich glaube nicht, dass der Wechsel bis jetzt nach Wunsch gelaufen ist", sagte Steve Josselyn, Research Director bei der IDC. "Das war bis jetzt ein langwieriger und langsamer Prozess, aber sie bewegen sich in die richtige Richtung." (tc)