Wacker-CIO Dirk Ramhorst

Home-Office schützt auch Kollegen in der Produktion

15.02.2021
Von 
Alexandra Mesmer war bis Juli 2021 Redakteurin von Computerwoche und CIO-Magazin.
Dirk Ramhorst, CIO und CDO der Wacker Chemie, arbeitet mit seiner Mannschaft seit März 2020 remote. Die virtuelle Zusammenarbeit geht soweit, dass der Chemiekonzern eine neue Produktionsanlage in Südkorea digital unterstützt in Betrieb nahm.
Dirk Ramhorst, CIO der Wacker Chemie: "Jeder, der bei uns nicht ins Büro geht, trägt dazu bei, seine Kollegen, die in der Produktion arbeiten, zu schützen."
Dirk Ramhorst, CIO der Wacker Chemie: "Jeder, der bei uns nicht ins Büro geht, trägt dazu bei, seine Kollegen, die in der Produktion arbeiten, zu schützen."
Foto: Wacker Chemie

Damit verteilte Teams besser zusammenarbeiten können, hatte Dirk Ramhorst bereits im August 2019 den Digital Workplace im Chemiekonzern eingeführt. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie hat Remote Work für Wacker Chemie enorm an Bedeutung gewonnen. CIO Ramhorst und seine IT-Mannschaft arbeiten nun bald ein Jahr größtenteils von zuhause aus. Im ersten Lockdown haben sie von einem Tag auf den anderen weltweit mehr als 6.000 Beschäftigte remote arbeitsfähig gemacht.

Herr Ramhorst, wie beurteilen Sie die aktuelle Debatte um mehr Home-Office?

Dirk Ramhorst: Remote zu arbeiten haben wir bei uns in der IT seit Anfang der Pandemie relativ konsequent durchgezogen, auch um Risiken zu verringern. Unser Konzern ist Teil der kritischen Infrastruktur. Es gilt, die Produktion aufrechtzuerhalten. Jeder, der bei uns nicht ins Büro geht, trägt dazu bei, seine Kollegen, die in der Produktion arbeiten, zu schützen. In den 60 Buslinien, die unsere 10.000 Mitarbeiter in das Stammwerk nach Burghausen bringen, gilt schon lange Maskenpflicht. Auch die Sitzordnung ist so verteilt, dass genügend Abstand zwischen den Personen ist.

Im Stammwerk von Wacker Chemie in Burghausen arbeiten 10.000 Beschäftigte.
Im Stammwerk von Wacker Chemie in Burghausen arbeiten 10.000 Beschäftigte.
Foto: Wacker Chemie

Was raten Sie Führungskräften, die sich mit dem Thema Home-Office noch schwer tun?

Ramhorst: Wir haben gemerkt, dass man das Thema erst mal entmystifizieren sollte. Früher vermuteten ja noch einige, ein Tag Home-Office ist gleichbedeutend mit einem Tag frei. Mittlerweile hat sich gezeigt, dass die Arbeit remote mitunter effektiver ist, wenn ich zuhause die richtige Arbeitsumgebung habe und nicht zum Beispiel durch paralleles Homeschooling mit kleineren Kindern belastet bin. Wir haben im April schon begonnen, in regelmäßigen Newslettern Tipps und Tricks zur virtuellen Zusammenarbeit zu geben.

Etwa, wie man digitale Events durchführt oder wie die Design-Thinking-Methode auch virtuell funktioniert. Das Feedback war sehr gut, so dass wir bis heute über digitale Tools informieren, aktuell zum Beispiel, wie sich Mitarbeitergespräche mit Teams führen lassen. Wir als IT müssen Führungskräften wie Mitarbeitern helfen, aber auch zeigen, wie wir in den neuen Arbeitsformen leben können.