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Hasta la Vista, Billy?

26.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Etwas voreilig war Microsoft möglicherweise bei der Wahl des offiziellen Namens für die unter dem Codenamen "Longhorn" entwickelte nächste Betriebssystemgeneration (siehe auch: "Longhorn hat einen Namen: Windows Vista"). Bereits kurz nach der Bekanntgabe des Namens kündigte sich Ärger aus der Nachbarschaft der Gates-Company an: Der Gründer eines ebenfalls in Redmond, Washington, ansässigen IT-Firma droht mit rechtlichen Schritten, weil er eine Verletzung seiner bereits vor sechs Jahren gesicherten Namensrechte befürchtet. "Wenn die Nutzer das Produkt Windows Vista nennen, ist es kein Problem für uns", erklärte John Wall, CEO von Vista Inc. Werde die Software aber schlicht Vista genannt, komme es zu Missverständnissen. Wall kündigte an, den Traffic auf der Unternehmens-Website Vista.com genau zu untersuchen. Sollte sich herausstellen, dass ein wachsender Teil der Besucher auf der Site nach Informationen zu Windows Vista sucht, werde er rechtliche Schritte ergreifen.

Obwohl auch andere Firmen den Begriff Vista verwenden, gab es laut Microsoft bislang noch keine weiteren Beschwerden. Der Chef von Vista Software aus Tucson, Arizona, ein Entwickler von Windows-Add-ons, begrüßte sogar die kostenlose Publicity: "Der Name Windows Vista bringt unsere Produkte automatisch mit dem weltweit populärsten Betriebssystem in Verbindung", erklärte Steve Nerby. "Solange wir keine technischen Anfragen, etwa zur Konfiguration eines bestimmten Druckers, erhalten, können wir davon nur profitieren." Auch aus Sicht von Anthony Carrabino, CEO von Vista Software aus La Jolla, Kalifornien, hätte die Gates-Company keinen treffenderen Namen finden können. Das Flaggschiffprodukt der Company, "Vista DB", zielt speziell auf Windows-Entwickler. Außerdem haben die Kalifornier seit mehr als drei Jahren an einem Release von Vista DB für Longhorn gearbeitet. "Der Name macht sich bereits jetzt für uns bezahlt", triumphiert Carrabino: Seit vergangenen Freitag habe sich der Traffic auf der Firmen-Website vervierfacht. Bleibt die Frage, warum Microsoft bei der Namenswahl nichts Originelleres eingefallen ist. (mb)