Web

 

Gute Gründe für Open Source

12.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Stabilität und Sicherheit sind die wichtigsten Gründe, warum sich Unternehmen für den Einsatz von Open-Source-Software entscheiden. Dagegen spielen Offenheit und Modifizierbarkeit des Quellcodes, also die bislang am meisten hervorgehobenen Vorteile der Anwendungen, nur eine untergeordnete Rolle. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Berlecon Research. Die Berliner Marktforscher hatten im Rahmen des EU-finanzierten FLOSS-Projekts (Free and Open-Source-Software) 395 Unternehmen und öffentliche Institutionen mit mindestens 100 Mitarbeitern aus Deutschland, Schweden und Großbritannien befragt, die bereits Open-Source-Software im Einsatz haben oder den Einsatz innerhalb des nächsten Jahres planen. Das FLOSS-Pojekt wurde von Juni 2001 bis Juli 2002 zusammen mit Infonomics (International Institute of Infonomics, Maastricht) durchgeführt. Als weiteres zentrales Argument nannten die Befragten die Kosteneinsparungen durch den Wegfall von Lizenzgebühren. Dieser Punkt dürfte künftig noch schwerer wiegen, schätzt Berlecon-Geschäftsführer Thorsten Wichmann: "Die aktuelle wirtschaftliche Lage sowie Änderungen der Lizenzbedingungen für Microsoft-Produkte lassen Unternehmen mögliche Alternativen zur verbreiteten Kombination Windows und Microsoft Office ernsthaft durchrechnen." Im Vergleich zu Schweden und Großbritannien werden Open-Source-Anwendungen in Deutschland am häufigsten genutzt: 44 Prozent der deutschen Betriebe mit mehr als 100 Mitarbeitern haben die Software zumindest in Teilbereichen im Einsatz. In Großbritannien und Schweden liegt der Anteil mit 32 beziehungsweise 18 Prozent deutlich darunter. Am weitesten verbreitet unter den Open-Source-Produkten sind Server-Betriebssysteme

(16 Prozent), gefolgt vom Einsatz für Datenbanken (elf Prozent), Nutzung von Web-Servern (zehn Prozent). Im Schnitt nur sieben Prozent (Deutschland: 12 Prozent) der Befragten setzen die Anwendungen auf dem Desktop ein. Die Studie steht zum kostenlosen Download zur Verfügung. (rs)