Smart Home

Google Home und Google Home Mini im Praxistest

09.12.2017
Seine erste Berührung mit Informatik erfolgte an einem C64 samt Floppy VC 1541. Von Anfang an nutzte er diesen faszinierenden Heimcomputer nicht nur zum Daddeln, sondern auch für die Basic-Programmierung. Unter anderem half er seinen damals etwas müden Kopfrechnen-Fähigkeiten auf die Sprünge, indem er ein Programm schrieb, das immer zwei zufällig ausgewählte Zahlen zur Multiplikation stellte. Im Hintergrund lief ein Timer. Nur wenn er das Ergebnis innerhalb des vorgegebenen Zeitraums, der leider manchmal zu knapp bemessen war, richtig eintippte, bekam er einen Punkt gutgeschrieben. Seine Highscore-Ergebnisse waren durchwachsen, seine Programmierkenntnisse dafür umso besser. Der Lehrstuhl, an dem er als studentische Hilfskraft angestellt war, gehörte seinerzeit zu den Vorreitern in Sachen IT. Man übersetzte damals die griechischen Inschriften der antiken Stadt Hierapolis – heute ist dieses türkische Pamukkale bekannt durch seine Kalksinter-Terrassen. Die wissenschaftlich korrekt erfassten und kommentierten Inschriften bearbeiteten Dirscherl und Kollegen zunächst in Wordperfect. Anschließend landeten die Texte in einer Datenbank, die auf CD gepresst und für sündhaft viel Geld weltweit verkauft wurde. Über dieses epigraphische Datenbankprojekt, diverse C-Programmierereien auf Unix-Systemen und seine ersten Experimente mit Linux landete er schließlich professionell bei der IT. Seit den späten 1990-ern nutzt er Linux als Produktivsystem, seit Anfang der 2000-er Jahre ist Linux sein hauptsächliches OS. Nach vielen Jahren mit Suse Linux und Open Suse und zwischendurch Ausflügen zu Red Hat und Debian landete er bei Ubuntu und erledigt damit alle Arbeiten. Linux und C ist er bis heute treu geblieben – nach einem Ausflug zu PHP und MySQL. Mittlerweile bastelt er auch mit Arduino. Bei pcwelt.de betreut er vor allem Business-IT-Themen und hat den Auto & Technik-Bereich von Null beginnend aufgebaut. Seine Tests der Infotainmentsysteme in modernen Fahrzeugen gehören zu den ausführlichsten Tests, die man dazu überhaupt finden kann. Daneben schreibt er zudem fast täglich aktuelle Meldungen aus der IT-Welt.
Was können Google Home und Google Home Mini mit Google Assistant im Smart Home leisten und wo sind die Grenzen der smarten Lautsprecher? Wir haben die beiden Geräte getestet.
Google Home mit Google Assistant.
Google Home mit Google Assistant.
Foto: Google

Mit Google Home stellt Google einen smarten Lautsprecher mit Google Assistant zur Verfügung. Die Anbindung von Google Home an das heimische WLAN geht flott und unkompliziert über die Bühne - die Inbetriebnahme erklären wir ausführlich hier. Danach können Sie Google Home per Sprachbefehl an Google Assistant bedienen. In Google Home hat Google die Sprachsteuerung und die anderen Funktionen aus seinen Pixel-Smartphones integriert, inklusive der bekannten Aktivierungsbefehle "Ok, Google" sowie "Hey, Google".

Ihre Anweisungen und Fragen überträgt Google Home an die Server von Google. Sie können Google Home Ihre Musik spielen lassen und auch sonst die gleichen Fragen an den smarten Lautsprecher stellen, die Sie auch Google Assistant auf dem Smartphone stellen. Google Home ist recht klein und hat ein angenehmes, neutrales Design, das sich in jedes Zimmer integriert.

Die Einrichtung wird über einen Assistenten in wenigen Minuten abgeschlossen. Für die Verwendung des smarten Lautsprechers ist kein IT-Wissen notwendig. Über die App kann mit dem Sprachtraining die Erkennung von Stimmen deutlich verbessert werden. Dadurch können auch mehrere Personen im Haushalt das Gerät steuern.

Google Home Mini
Google Home Mini
Foto: Google

Google Home Mini als Alternative

Neben Google Home stellt Google den kleineren Lautsprecher Google Home Mini zur Verfügung. Dieser bietet die gleichen Funktionen wie der große Bruder, ist aber wesentlich kleiner geraten. Über einen Schalter an der Seite können Sie das Mikrofon ein- und ausschalten. Google Home Mini wird als Konkurrenz zu Amazon Echo Dot positioniert.

Aktuell scheint es Probleme mit der Lautstärkeregelung bei Google Home Mini zu geben. Bei voll aufgedrehter Lautstärke kann es anscheinend vorkommen, dass der kleine Lautsprecher abstürzt und einen Neustart macht.

Google bringt außerdem 2018 einen größeren Lautsprecher mit der Bezeichnung Google Home Max auf den Markt. Die Max-Variante soll besseren Klang bieten und sich somit an audiophile Smart-Home-Fans wenden.

Die Kommunikation von Google Home mit den angebundenen Geräten erfolgt über WLAN.
Die Kommunikation von Google Home mit den angebundenen Geräten erfolgt über WLAN.

Sprach- und Touchsteuerung

Im oberen Bereich des Google-Home-Lautsprechers ist ein Touchpad integriert, mit dem Sie die Lautstärke ändern können. Wartet Google Home auf einen Befehl, leuchten im oberen Bereich die Google-Farben. Stumm schalten: Auf Wunsch kann das Mikrofon des Gerätes mit einer Taste auf der Vorderseite ausgeschaltet werden.

Über einen Assistenten in der Google Home-App auf iPhones und Android-Smartphones können Google Home-Geräte eingerichtet werden.
Über einen Assistenten in der Google Home-App auf iPhones und Android-Smartphones können Google Home-Geräte eingerichtet werden.

Bluetooth-Geräte können Sie anbinden, zum Beispiel Lautsprecher oder Smartphones. Dazu müssen Sie per Sprachsteuerung Bluetooth aktivieren: "Ok, Google, aktiviere Bluetooth" beziehungsweise "Ok, Google, deaktiviere Bluetooth". Darüber hinaus können Sie andere Multimedia-Geräte auch mit Chromecast anbinden. Mit Chromecast machen Sie auch gleich noch Ihren alten Fernseher ein klein wenig smart.

Die Google-Suche im Wohnzimmer

Google Home kann die Uhrzeit mitteilen sowie die Fahrtstrecke zu einem gewünschten Ziel. Dazu stehen Fragen wie "Hey Google, wie lange fahre ich nach München?" oder "Wie weit ist die Strecke nach Berlin?" oder "Hey Google, wie ist das Wetter am Wochenende?" zur Verfügung. Sie können Google auch Wissensfragen stellen: "Wie hoch ist der Mount Everest?". Wenn Sie "Ich habe Hunger" sagen, informiert Sie Google Home über die nächsten Restaurants in der Gegend und deren Bewertungen.

Über die Google Home-App werden die Geräte im Netzwerk angebunden.
Über die Google Home-App werden die Geräte im Netzwerk angebunden.

Google Home bietet den Vorteil, dass es mit den Google-Diensten optimal zusammenarbeitet. Neben der Google-Suche stehen hier auch die Daten aus Google Maps oder Youtube zur Verfügung. Daher kann das Gerät Fragen sehr umfassend beantworten. Auch das Übersetzen in andere Sprachen klappt sehr zuverlässig.

Musikdienste nutzen

Der Schwerpunkt eines smarten Lautsprechers liegt natürlich darin, Musik abzuspielen. Anwender sind für das Abspielen von Musik aber darauf angewiesen, dass Google Home ihren bevorzugten Streamingdienst unterstützt. Hier hat Google Home seinen Fokus auf dem Abspielen von Spotify- oder Google-Play-Musiklisten sowie Deezer. Die Steuerung dazu erfolgt über eine kostenlose Smartphone-App, die für Android und iOS zur Verfügung steht. Hier verknüpfen Sie das Gerät mit Spotify, Google Play Music oder Deezer. Musik kann pausiert oder leiser und lauter gestellt werden. Außerdem können Sie per Sprache Playlists aus Spotify starten lassen. Mit "Ok Google, Stopp" beenden Sie das Abspielen der Musik.

Diese drei Musikdienste unterstützt Google Home.
Diese drei Musikdienste unterstützt Google Home.

Apple Music dagegen spielt Google Home nicht direkt ab.

Auch Radiosender lassen sich abspielen. Besonders bequem ist Radio hören über TuneIn Radio: "Ok Google, spiel BR1 über TuneIn Radio ab" - und wenige Sekunden später erschallt das Radioprogramm von BR1 in der Wohnung. Das klappt wirklich gut.

Youtube-Videos können per Google Chromecast auf ein smartes TV-Gerät übertragen werden. Netflix kann ebenfalls über Google Home gesteuert werden. An dieser Stelle gibt es nahezu unendlich viele Möglichkeiten, da Google Home auf alle Google-Dienste zugreifen kann.

Smart Home mit Google

Über die Google-Home-App können Sie Smart-Home-Geräte zahlreicher Hersteller hinzufügen. Sobald ein Hersteller und dessen Geräte verknüpft sind, können Sie diese über die Sprachsteuerung mit Google Home bedienen. Eine Liste der unterstützten Hersteller erhalten Sie in der Google-Home-App, wenn Sie im Menü den Bereich "Smart-Home-Steuerung" aufrufen.

Allerdings ist die Smart-Home-Steuerung derzeit noch keine Stärke des smarten Lautsprechers. Zwar können Sie Philips-Hue-Leuchten einbinden und sie dann mit Sprachbefehlen steuern, eine Steuerung von smarten Thermostaten zum Beispiel ist derzeit nicht möglich. Es ist aber zu erwarten, dass sich das in Zukunft ändert.

Übrigens: Google integriert in Google Home keine Philips-Hue-Bridge - anders als Amazon bei Echo Plus . Die Hue-Bridge brauchen Sie also zusätzlich bei Google Home, wenn Sie die smarten Leuchten integrieren wollen.

Was kann Google Home nicht?

Zuviel erwarten darf man von dem Assistenten derzeit aber noch nicht. Der Lautsprecher ersetzt zum Beispiel keine teure Stereoanlage, auch wenn sein Klang generell akzeptabel ist. Schnittstellen für SD-Karten oder USB-Sticks gibt es auch keine.

Viele Befehle werden aktuell nicht richtig erkannt. So kann Google Home zwar mit "Hey Google, 10 Prozent leiser" angewiesen werden, die Musik etwas leiser zu machen. Der Befehl "Hey Google, 10 Prozent lauter" funktioniert dagegen nicht.

Google Home kann außerdem aktuell keine Erinnerungen erstellen, sondern nur einen Timer. "Setze einen Timer auf 5 Minuten" können Sie Google Home also anweisen, "Erinnere mich in 5 Minuten an die Pizza" ist dagegen nicht per Sprachbefehl möglich. Derzeit können Sie außerdem nur den Google-Kalender und das Google-Konto mit Google Home verbinden. Wer ein Mailkonto eines anderen Herstellers nutzt, der kann diesen Mailaccount derzeit noch nicht anbinden. Dreh- und Angelpunkt ist das Google-Konto.

Recht gute Schlagworterkennung

Die Künstliche Intelligenz von Google Home erkennt gewünschte Befehle an Schlagworten. Werden diese nicht richtig gewählt, erkennt der Assistent den Befehl nicht. Dafür ist Google Home aber ganz gut in der Erkennung von Kontexten. Wenn Sie zum Beispiel "Hey Google, wie ist mein Tag?" fragen, informiert Sie Google über die Uhrzeit, das aktuelle Wetter, Ihre Termine im Google-Kalender und spielt Nachrichten ab. Zu den von Google gelieferten Informationen können Sie Folgefragen stellen. So können Sie zum Beispiel fragen: "Hey Google, wie heißt der deutsche Bundeskanzler". Als Antwort erhalten Sie "Angela Merkel". Fragen Sie danach "Wie alt ist sie", ist das eine Kontextfrage, die auf der vorhergehenden Antwort aufbaut. Hier zeigt sich Google sehr intelligent.

Im Rahmen der Einrichtung werden alle Funktionen des Gerätes aktiviert und konfiguriert.
Im Rahmen der Einrichtung werden alle Funktionen des Gerätes aktiviert und konfiguriert.

Datenschutz beachten

Damit Google Home schnell Befehle ausführen kann, hört der Lautsprecher dauerhaft auf seinen Aufwachbefehl "OK, Google". Wer damit ein Problem hat, sollte sich den Lautsprecher nicht zulegen. Datenschutz und smarte Lautsprecher mit Internetverbindung passen zumindest aktuell noch nicht zusammen. Das zeigt auch das Problem, das einige Tester mit Google Home Mini hatten: Google Home Mini zeichnet ungewollt alles auf.

Preise und Sonderangebote

Google Home kostet aktuell rund 120 Euro. Google Home Mini steht für 35 Euro zur Verfügung - beides sind aktuell preisreduzierte Angebote, die UVPs sind höher.

Den aktuell günstigsten Preis für Google Home und Google Home Mini finden Sie immer PC-WELT-Preisvergleich

Wollen Sie Spotify nutzen, können Sie das kostenlose Testabo mit Google Home verwenden. Um alle Funktionen von Spotify zu nutzen, benötigen Sie ein kostenpflichtiges Abo. Das gilt auch, wenn Sie Google Play Music verwenden wollen. (PC-Welt)