embedded SIM

eSIM erklärt: Vorteile, Nachteile, Sicherheit, Kompatibilität

14.02.2018
Von Andreas Hitzig
Seit 2016 gibt es die eSIM auf dem Markt. Schafft sie im Jahr 2018 endlich den Durchbruch? Erste Anzeichen sind erkennbar.
Kommt bald das Ende für die klassische SIM-Karte?
Kommt bald das Ende für die klassische SIM-Karte?

Aktuell existieren in Deutschland drei Formate von SIM-Karten: die etwas in die Jahre gekommene Mini-SIM, die Micro- SIM sowie die Nano-SIM. Steht ein Wechsel des Smartphones bevor, geht damit auch oftmals die bange Frage mit einher, ob die aktuelle SIM-Karte noch passt. Glücklicherweise liefern die meisten Anbieter ihre Karte inzwischen als Triple- SIM aus. Damit müssen Sie nur das überflüssige Plastik um die Karte wegbrechen, um zum richtigen Format zu gelangen.

eSIM-Grundlagen

Seit 2017 gibt es die Huawei Watch 2 als LTE-Variante.
Seit 2017 gibt es die Huawei Watch 2 als LTE-Variante.

Mit der embedded SIM – kurz eSIM – soll dies in Zukunft alles deutlich einfacher werden. Es handelt sich dabei um eine etwa 5 x 6 Millimeter große SIM-Karte, die fest in das Mobilgerät eingebaut ist. Das Fach für die SIM-Karte, wie Sie es heute kennen, entfällt somit komplett. Zum Einbuchen in ein Mobilfunknetz wird Ihr mobiles Endgerät nur noch mit dem Profil des Mobilfunkanbieters versehen. Dies geschieht entweder durch das Einscannen eines QR-Codes oder durch einen eSIM-Aktivierungscode, der verschlüsselt per Bluetooth übertragen wird.

Der Wechsel des Smartphones ist dagegen mit eSIM nicht so einfach: Sie benötigen dann einen neuen Aktivierungscode, den Ihnen Ihr Mobilfunkanbieter zur Verfügung stellen muss. Wie aufwendig sich dies gestaltet, wird die Zukunft zeigen. Zumindest haben alle Netzbetreiber der Welt sich inzwischen auf einen einheitlichen eSIM-Standard geeinigt. Bei einer Reise ins Ausland können Sie künftig – so die Theorie – bei einem lokalen Anbieter einen befristeten Vertrag abschließen, diesen aktivieren und für den Zeitraum Ihres Auslandsaufenthaltes nutzen. Währenddessen wird Ihr heimisches Profil im eSIM-Manager deaktiviert, steht aber mit wenigen Klicks nach der Rückkehr in die Heimat wieder zur Verfügung.

Der aktuelle Markt

Die erste Smartwatch auf dem deutschen Markt mit integrierter eSIM war die Samsung Gear S2.
Die erste Smartwatch auf dem deutschen Markt mit integrierter eSIM war die Samsung Gear S2.

Das erste Mal, dass die eSIM größere Beachtung gefunden hat, war im Herbst 2017 bei der Einführung der Apple Watch 3 LTE. Diese Smartwatch kann dank eSIM auch ohne Smartphone telefonieren und das Internet nutzen. Apple ist jedoch nicht der Vorreiter in diesem Bereich: Samsung hat bereits 2015 auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin eine Variante der Samsung Gear S2 vorgestellt, die eine eSIM integriert hat. Ein Paketangebot mit Mobilfunk-Vertrag wurde sowohl von Vodafone als auch von O2 angeboten. Ein durchschlagender Erfolg wurde die Uhr allerdings nicht.

Seit 2017 ist die Huawei Watch 2 im Handel und wird ebenfalls mit integrierter eSIM angeboten. Hierfür bietet allerdings nur die Telekom einen Vertrag an. Andere Modelle wie die Samsung Gear S3 LTE werden aktuell in Deutschland nicht angeboten. Hier ist die Unterstützung in anderen Ländern – allen voran die USA und einige asiatische Länder – deutlich weiter vorangeschritten.

eSIM-Karten sind allerdings nicht nur in Smartwatches zu finden. Auch eine ganze Reihe aktueller Smartphones bringen die integrierte SIM-Karte als Alternative zur klassischen SIM-Karte mit – allen voran die beiden aktuellen Spitzenmodelle von Google, das Pixel 2 und der große Bruder Pixel 2 XL. Diese werden aber noch von keinem deutschen Mobilfunkanbieter unterstützt. Nachfragen von Anwendern in den Foren haben immer die gleiche Antwort hervorgebracht: Aktuell unterstützen wir die eSIM im Google Pixel 2 (XL) leider nicht.

Android-Geräte mit eSIM

In den USA bietet Google für seine Smartphones einen Mobilfunkvertrag an.
In den USA bietet Google für seine Smartphones einen Mobilfunkvertrag an.

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Hinsichtlich eSIM hat Apple aktuell klar die Nase vorne: Die meisten aktuellen iPad-Pro-Modelle wie das 12,9-Zoll-Gerät, aber auch die beiden kleineren Tablets mit 9,7 und 10,5 Zoll werden mit einer integrierten SIM-Karte ausgeliefert. Die Auswahl eines entsprechenden Datentarifs lässt sich anschließend direkt über die Einstellungen vornehmen.

Leider gibt es im Android-Bereich aus Mangel an Geräten bis jetzt noch keine derartige Lösung. Neben den ersten Smartwatches und den neuen Pixel-Geräten findet sich eine gewisse Durchdringung am ehesten noch im asiatischen Raum. So hat der Hersteller Xiaomi bereits einige Modelle mit einer integrierten eSIM veröffentlicht, unter anderem das Xiaomi Mi 5.

Inhalt dieses Artikels

 

Horst Ulrich Köther

Googles Projekt Fi, der Traum eines jeden ländlichen Dienstleisters, der derzeit mit zwei Smartphones mit drei SIM-Karten umherläuft - in der Hoffnung, daß die Funklöcher nicht alle drei Netze gleichzeitig betreffen. Keiner der Anbieter hat eine saubere Abdeckung, mit keinem der drei Basisstandards (GSM, UMTS, LTE). Bevor nicht wenigstens einer dieser Standards in 100%-Lebensraumabdeckung befindet, dürfte ein neuer Standard nicht zugelassen werden. Was die eSIM an sich betrifft, auch die (Mobilfunk-) Unternehmen passen sich an - wir leben in der "BürokratenRepublik Deutschland".

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