Hermann Scherer

Der Weg zum glücklichen Leben

07.07.2014
Von Thorsten Giersch
"Schatzfinder" heißt das neue Buch von Hermann Scherer. Der Bestsellerautor gehört zu Deutschlands besten Coaches und zeigt, wie man sich aus festgefahrenen Strukturen lösen und mehr aus seinem Leben machen kann.
Foto: Guenter Menzl - Fotolia.com

Wer taugt mehr zum Vorbild: James Bond oder Adam? Der eine akzeptiert immer ohne Murren die Realität und löst die größten Probleme im Zweifel mit seiner Walther PPK. Der andere wird aus dem Paradies vertrieben und schiebt der Schlange die Schuld in die Schuhe. Wer wie James Bond leben will, dem kann Hermann Scherer helfen.

Selten kam ein Ratgeberbuch mit so verbrauchtem Titel derart frisch und lohnenswert daher. "Schatzfinder. Warum manche das Leben ihrer Träume suchen - und es andere längst leben" klingt nun wahrlich nicht so, als ob man sich das noch druckfrische Werk von Hermann Scherer im prall gefüllten Regal der Ratgeberbücher unbedingt schnappen müsste. Trotzdem ist die Investition gut angelegt.

Hermann Scherer ist einer der profiliertesten Coaches und Unternehmensberater Deutschlands. Belesen und voller Charisma gleichermaßen - und ausgestattet mit einem Gespür für die Alltagssorgen der Menschen. In seinem neuen Buch erklärt er, was eigentlich zu schwer zu erklären ist: Wie lebt man ein Leben fern ab des Durchschnitts? Ein Leben nach seinem Wunsch und nichts nach den Maßstäben anderer? Wie verbringt ein durchschnittlicher deutscher Angestellter seine 28.770 Lebenstage glücklich und möglichst ohne Langeweile?

Der Autor unterscheidet plakativ zwischen "Porno-Menschen" und "Liebesfilm-Menschen". Die einen wollen in ihrem Leben so viele Höhepunkte erleben wie möglich. Der andere wartet stattdessen geduldig aber nicht immer mit Erfolg auf das Happy End.

Wie üblich nimmt Scherer zunächst eine Bestandsaufnahme vor: Warum geht so viel schief im Laufe der Jahre? Da hagelt es Fundamentalkritik am Schulsystem, wo "Heranwachsende zu Kleingeistern" gemacht werden. Hier kommt die Feigheit auf, sich zu blamieren; zu riskieren, vom Durchschnitt abzuweichen. Das herkömmliche Verfahren sei schließlich das sicherste. Also bitte in den Bereichen am meisten lernen, wo man die schlechtesten Noten hat. Der Starke wird nicht stärker gemacht, sondern durchschnittlicher.

Interessant ist zudem, wann das Neid-Gefühl in uns eigentlich aufkommt: Wissenschaftliche Studien belegen, dass es mit steigendem Alter zunimmt. Je mehr die Menschen um einen herum besitzen, desto höher ist der Neidfaktor - völlig unabhängig davon, ob der Mensch mit seinen eigenen Besitztümern per se zufrieden ist oder nicht. In jungen Jahren ist es ein positiver Ansporn, wenn andere mehr haben. Je älter wir werden, umso stärker erinnert es an unsere verpassten Chancen. Was wir bereuen sind weniger unsere Taten als das, was wir nicht gemacht haben.

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